Fliegenbinden für Einsteiger

Den Fisch mit einer künstlichen (aus Fellen und Federn bestehenden) Fliege zu überlisten ist eine der schönsten Herausforderungen des Fliegenfischers. Schon mit wenig einfachen Werkzeugen und Materialien kann das Fliegenbinden zu einem wunderschönen Hobby und einer tollen Ergänzung zum Fliegenfischen werden. Dabei wird die Kreativität immer wieder aufs Neue gefordert um den unterschiedlichen Gewässeransprüchen und Fischen gerecht zu werden. Fliegenbinden ist keine Zauberei und kann erlernt werden. In diesem Bericht möchte ich dem Fliegenbinde-Anfänger die ersten Schritte zeigen, ihn gerade am Anfang vor unsinnigen und überflüßigen Material- und Werkzeugkäufen bewahren und ihm vor allem auch beim Fliegenbinden ein gewisses Umwelt- und Naturbewußtsein näher bringen. Ja, auch beim Fliegenbinden kann man naturbewußt handeln indem man z.B. natürliche Materialien durch synthetische Materialien ersetzt. Sie haben zusätzlich den Vorteil daß sie mit allen Farb- und Glitzereffekten erhältlich sind.

Einige Beispiele für naturgetreue Nachbildungen möchte ich Euch in den folgenden Bildern zeigen:

Das natürliche Insekt

Die Nachbildung

Eintagsfliege

Eintagsfliege (Maifliege) Eintagsfliege (Maifliege) Nachbildung
Bindeanleitung
Eintagsfliegenlarve Eintagsfliegenlarve Eintagsfliegenlarve (Arthofer)
Bindeanleitung
Köcherfliege Köcherfliege Köcherfliege Nachbildung
Bindeanleitung
Köcherfliegenlarve Köcherfliegenlarve Köcherfliegenlarve Nachbildung
Bindeanleitung

keine

Steinfliege Steinfliege Steinfliege Nachbildung
Bindeanleitung
Steinfliegenlarve Steinfliegenlarve Steinfliegenlarve
Bindeanleitung

Noch ein paar Beispiele einer natürlichen Maifliege neben ihrer Künstlichen:

Eintagsfliege (Maifliege) Original und Nachbildung Eintagsfliege (Maifliege) Original und Nachbildung Eintagsfliege (Maifliege) Original und Nachbildung

Eintagsfliege (Maifliege - Spent) Original Eintagsfliege (Maifliege - Spent) Nachbildung

Aber zunächst ein ganz kleiner Ausflug in die Insektenkunde (Entomologie). Das Thema ist so umfangreich so dass ich hier nur auf einige Unterscheidungen eingehen kann die für den Fliegenfischer wichtig sind. Wem es mehr interessiert, es gibt sehr gute Bücher zu diesem Thema speziell auf Fliegenfischer zugeschnitten.

I. Kleine Insektenkunde

Metamorphose am Beispiel der Eintagsfliege (Maifliege):

Das Weibchen stirbt nach der Eiablage und treibt mit ausgebreiteten Flügel auf der Wasseroberfläche (Spent).Etwa 12 Tage nach der Eiablage schlüpfen die Larven (Nymphen). Immer wieder wird das zu eng gewordene Kleid abgestreift und ersetzt (Häutung). Das ganze passiert ca. 15 mal bevor dann die Nymphe nach oben zur Wasseroberfläche steigt (Emerger) wo dann die Flügelscheide platzt und die Flügel frei werden. Das Larvenstadium dauert je nach Art ca. 1 - 3 Jahre.Die Fliege hat zwar jetzt ihre Flügel, ist aber noch nicht geschlechtsreif. In diesem Stadium bezeichnet man sie als Subimago oder Dun. In diesem Stadium sind sie noch keine guten Flieger aber es reicht bis zum Uferbewuchs.Bei ihrer letzten Häutung entledigt sich die Eintagsfliege ihres Jugendkleides und wird erwachsen (adult). In der Fachsprache heißt sie von hier ab Imago (Spinner). Ab dem Subimagostadium wird nicht mehr gefressen. Ab dem Imagostadium dient die restliche Zeit ihres Lebens nur noch der Fortpflanzung.Die erwachsene (adulte) Eintagsfliege bereitet sich auf ihren Hochzeitsflug vor. Der Kreis schließt sich wieder.Eintagsfliege (Ephemeroptera)Das Weibchen fliegt auf's Wasser um die ca. 2.000 befruchteten Eier abzulegen. Die Eier bleiben an Steinen oder Unterwasserpflanzen haften.Die Paarung erfolgt in der Luft. Dabei fliegen die Männchen ca. 10 m hoch um sich dann langsam, mit ausgebreiteten Flügel und abgespreitzten Schwänzchen wieder absinken zu lassen. Die Weibchen fliegen in den Schwarm und werden sofort von den Männchen noch in der Luft begattet. Die Männchen sterben kurz nach der Paarung. Die Paarung selbst dauert zwischen ein paar Sekunden bis einige Minuten.

Eintagsfliege (Ephemeroptera)

Die 5 Entwicklungsstadien der Eintagsfliegen:

  1. Ei
  2. Larve (Nymphe)
  3. Subimago (Dun) (erstes Schlupfstadium)
  4. Imago (Spinner) (2. Schlupfstadium) fertiges Insekt, fortpflanzungsfähig
  5. Spent, nach der Eiablage stirbt das Weibchen und fällt mit ausgebreiteten Flügeln aufs Wasser.

Die ersten beiden Stadien verbringt sie 1 - 3 Jahre unter Wasser, die anderen Stadien (ca. 1 Tag) ausserhalb des Wassers. Daher auch ihr Name.

Köcherfliege (Trichoptera)

Kein Schwänzchen, vier behaarte Flügel spitzdachförmig über dem Körper gefaltet

Die Entwicklungsstadien der Köcherfliegen

  1. Ei
  2. Larve (Sprock)
  3. Puppe
  4. Beflügeltes Insekt

Die ersten beiden Stadien dauern meist 10 - 11 Monate. Das Puppenstadium 3 - 4 Wochen und die erwachsene Fliege lebt noch Tage bis mehrere Wochen. Köcherfliegenlarven bauen ihr Häuschen selbst aus verschiedenen Materialien wie Steinchen, Sand und Holzstückchen.

Steinfliege (Plecoptera)

Steinfliegenlarve, Perla Burmeisteriana

Für ihre Entwicklung benötigen Steinfliegen 1 - 2 Jahre (je nach Größe). Entgegen der Eintagsfliege haben diese jedoch nur ein beflügeltes Erwachsenenstadium.

Steinfliegennymphen lieben schnelles, sauerstoffreiches Wasser und Kies-/Steinböden. (im Bild rechts oben eine Perla Burmeisteriana)

Steinfliegen sind Indikatoren für sauberes Wasser der Güteklasse I - II! Bei einer Verschmutzung des Wassers sind sie die ersten die verschwinden.

Steinfliegen sind meist sehr flugfaul. Sie bleiben in der Regel in der Gegend in der sie über Ufersteine und -pflanzen nachts aus dem Wasser kriechen.

II. Werkzeuge und Materialien

Im Allgemeinen kommt der Fliegenbinder am Anfang mit einer Hand voll Werkzeugen aus.

01 Bindestock

Der Bindestock ist das wichtigste und das meistbenutzte Gerät zum binden von Fliegen. Es gibt ihn mit Schraubklemme oder mit Bodenplatte wie im Bild nebenan. Vorteil einer Bodenplatte ist natürlich die Mobilität. Ein guter Bindestock sollte alle Hakengrößen aufnehmen und festhalten können. Ich arbeite am liebsten mit Bindestöcken bei denen die Backen durch einen Federdruck gespannt werden (s. Bild). Mit ihnen arbeitet es sich bequem und schnell. Gute Bindestöcke bekommt man schon ab ca. 30 € (ohne Bodenplatte) oder ab ca. 50 € mit Bodenplatte.

02 Schere

Für die Feinarbeit ist eine gute Schere welche bis in die Spitzen scharf ist wichtig. Am Anfang kann man sich aber auch einer guten Nagelschere bedienen.

03 Spulenhalter (Bobbin)

Der Spulenhalter dient dem Halten der Fadenspule. In der Regel gibt es ihn in zwei Ausführungen: Mit Metallröhrchen oder mit Keramikröhrchen. Das Metallröhrchen ist billiger dafür kann aber auch öfter der Faden reißen. Beim Keramikröhrchen reißt der Faden nicht so leicht dafür ist dieser Spulenhalter etwas teurer. Da man häufig mit mehreren Fäden gleichzeitig arbeitet ist ein zweiter Spulenhalter ratsam.

04 Einfädler

Eine preiswerte und praktische Hilfe um den Faden durch das Röhrchen des Spulenhalters zu bringen.

05 Endknotenbinder (Whipfinisher)

Ist eine Fliege fertig gebunden wird am Ende zur Stabilisierung und längeren Haltbarkeit ein Abschlußknoten gebunden. Für den Fliegenbinde-Neuling ist dieser Knoten noch schwierig von Hand zu machen. Mit dem Whipfinisher ist der Knoten jedoch leicht zu erlernen und zu binden. Beim Knotenbinder hab ich die Erfahrung gemacht: je einfacher desto leichter ist er zu handhaben und zu lernen.

06 Hechelklemme

Hechelklemmen sind kleine praktische, pinzettenartige Klemmen zum Greifen von Hechelfedern oder anderen feinen Materialien. Die Klemmbacken sind häufig mit Silikon überzogen. Man kann aber auch einen kleinen Gummi (Posengummi) auf eine Seite stecken.

07 Dubbingnadel

Ein äußerst einfaches aber vielseitiges Werkzeug. Mit ihr wird das Dubbingmaterial aus der Verpackung gezupft - das Dubbing aufgelockert - Hechelfibern ausgerichtet - Lack aufgetragen - verklebte Hakenöhre durchgestossen - Flügelsegmente geteilt - und viele andere Tätigkeiten für die ein Finger zu kurz oder zu dick ist. Man kann sich aber auch aus Omas Nähkästchen bedienen.

08 Haken (am besten gleich Schonhaken (barbless))

Widerhaken sind in heutiger Zeit mit verfeinerten Angeltechniken, und hochsensiblen Ruten völlig überflüßig. Leider werden fertige Fliegen am Markt großteils immer noch mit Widerhaken angeboten und dies obwohl in den meisten Fließgewässern Europas Widerhaken verboten sind.

Wer seine Fliegen selber bindet hat den großen Vorteil, gleich auf Schonhaken zu binden und muß sich keine Gedanken mehr um den Widerhaken machen. Diese Haken kosten nicht mehr.

Dem Fisch und dem Fliegenfischer bringt das Arbeiten mit Schonhaken vieleVorteile: Keine Lebensbedrohliche Verletzungen des Fisches sollte er sich befreien können, die Fliege im Ohr, im Kescher, in der Kleidung, im Gebüsch oder Baum oder sonst wo . . . läßt sich mühelos wieder entfernen, u.v.m

Am Anfang empfiehlt es sich Haken in den Größen 10 - 14 zu kaufen. Diese decken die meisten Fälle zwischen März und Oktober ab. Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen Trockenfliegen- und Nassfliegenhaken (Gewicht und Drahtstärke).

Weitere Infos zu Haken in meinem Sachbericht Materialkunde: Haken

09 Bindefäden
3/0 Für Lachsfliegen und kleine Streamer
6/0 Für Nassfliegen, Nymphen und Trockenfliegen, Allroundfaden.
8/0 Für sehr kleine Trockenfliegen. Ab Größe 14 und kleiner. Achtung: reißt leicht!
Kevlar Starker, reißfester Garn zum Binden von großen Fliegen und Streamern.

Für den Anfang reicht ein Bindefaden in der Stärke 6/0 in der Farbe schwarz. Dieser wird am häufigsten benötigt.

Weitere Infos zu Fäden in meinem Sachbericht Materialkunde: Fäden

10 Tinsel

Dieses, an Weihnachts-Lametta erinnernde Material wird meist für Körper oder Rippung verwendet. Es gibt sie als:

  • Oval-Tinsel
  • Flach-Tinsel
  • Metall-Tinsel
  • Kunststoff-Tinsel

Weitere Infos zu Tinsel in meinem Sachbericht Materialkunde: Fäden

11 Gold- Kupferdraht

Man erhält Bindedraht meist in 3 - 4 verschiedenen Stärken, small, medium, large und extra large. Benutzt wird er sowohl zur Rippung als auch zum binden von Brust (Ritz-D) und Körpern. Auch verschiedene Farben sind erhältlich. Meist gold, silber und Kupfer. Durchmesser ca. 0,15 - 0,25 mm.

Weitere Infos zu Drähten in meinem Sachbericht Materialkunde: Fäden

12 Perlen

Perlen werden meist bei Nymphen und Streamer zur Beschwerung eingesetzt und hinter dem Öhr plaziert. Im Handel sind sie erhällich als:

Blei Für Fliegen die schnell auf Grund gebracht werden müßen.
Tungsten
Ist aus Umweltgründen und auch aus rationellen Gründen (Tungsten ist schwerer wie Blei) dem Blei vorzuziehen. Leider meist sehr teuer.
Glas
Perlen aus Glas üben einen besonderen Reiz aus. Erhält man auch im Bastelgeschäft.
Plastik
Man erhält Plastikperlen im Bastelladen in allen erdenklichen Farben. Verwendet werden sie meist wegen ihrer Schwimmfähigkeit.
Konisch (Coneheads)
Diese Kegelförmigen, spitz zulaufenden Perlen werden in der Regel für Streamer verwendet. Sie werden meist in den Farben: silber, gold, kupfer und altsilber angeboten.
Styropor Für hoch schwimmende Fliegen.
Perlenketten
Am häufigsten sieht und verwendet man die Ketten für Augen indem immer zwei Perlen zusammen abgeknipst und an die Fliege (Haken) gebunden werden. Sieht aus wie die Kette von einem Waschbecken-Stopsel.

13 Lack

Beim Einkaufen auf Wasserfestigkeit achten!

Am gebräuchlichsten sind transparente, dünnflüßige und schnell trocknende Lacke.

Für größere Fliegen oder Streamer oder mehrfach Auftragungen ist ein zähflüßiger Lack besser.

Verdünner geben einem eingetrockneten Lack seine ursprüngliche Eigenschaft zurück.

Wer viel mit Lack arbeitet dem empfehle ich wegen der Dämpfe auf wasser basierenden Lack zurückzugreifen. Das selbe gilt auch für Kinder.

Lack verwahrt man am besten im Kühlschrank. Dort hält er sich einige Jahre.

Für den Anfang reicht auch der Nagellack von Mamma oder von der Frau.

14 Dubbingwachs

Das Wachsen von Bindefäden hat mehrere Vorteile:

  • a) Das Dubbingmaterial haftet besser am Faden,
  • b) der Faden wird vor schneller Verrottung geschützt,
  • c) man benötigt weniger Fadenwindungen,
  • d) erhöht die Schwimmfähigkeit der Fliege.

15 Dubbing

Dubbing sind Flusen aus Fell oder Federn oder auch synthetischem Material. Sie werden an einen gewachsten Faden geheftet und durch winden um den Hakenschenkel zu einem Fliegenkörper gebildet.

Naturdubbing: Unter diesen Begriff fallen alle Flusen aus Tierhaaren und zwar genau genommen aus der Fellunterwolle da diese sehr fettreich und damit sehr schwimmfähig sind.

Verwendet werden hauptsächlich: Seehund, Hase, Otter, Biber, Bisam, Eichhörnchen.

Aus Tier- und Artenschutzgründen kommen immer mehr synthetische Materialien auf den Markt. Z.B. Antron, ein besonders feines Dubbing mit Glanzeffekt für Trockenfliegen. Da es kaum Wasser aufnimmt ist es sehr schwimmfähig.

Für Nymphen gibt es auch ein sinkendes Dubbing welches mit Metall- oder Alufäden angereichert ist.

Praktisch sind Dubbingspender wie hier im Bild abgebildet. Diese gibt es auch leer und können individuell gefüllt werden. Am meisten benötigt man Dubbing in den (Natur-)Farben hellbraun, dunkelbraun, oliv und schwarz.

16 Rehhaar

Unentbehrlich für alle Rehhaarfliegen. Das Winterhaar ist qualitativ besser. Es ist stabiler, in der Farbe schon ausgereifter und schwimmfähiger als das Sommerhaar.

Vorteil des Sommerhaars ist dass es sich leichter verarbeiten lässt.

Weitere Infos zu Fellen in meinem Sachbericht Materialkunde: Felle

17 Hahnenhechel, Hennenhechel

Hahnenhechel sind steifer und bleiben länger trocken als Hennenhechel und werden deshalb hauptsächlich für Trockenfliegen verwendet.

Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen sind Hennenhechel weicher und saugen sich auch schnell mit Wasser voll womit ihre Bestimmung schon vorprogrammiert ist. Sie werden vorwiegend für Nymphen und Nassfliegen eingesetzt.

Am meisten werden Hahnenhecheln in den Farben grizzly (gestreift), braun und schwarz benötigt.

Im Handel wird unterschieden zwischen Balg (Skalp) und Sattel (Saddle).

Balg (Skalp):
Federn des Hahnes oder der Henne aus der Nackenpartie (Manchmal auch Neck genannt). Meist etwas kürzer als bei Federn aus dem Rücken (Sattel, bzw. Saddle).
Sattel (Saddle):
Federn aus dem Rücken des Hahns oder der Henne. Diese Federn sind meist länger als die vom Balg (Skalp) und werden meist für Streamer verwendet.

Hahnenhechel

Weitere Infos zu Bälge in meinem Sachbericht Materialkunde: Bälge

18 Fasanenstossfeder

Diese Federn sollten auf keinem Bindetisch fehlen. Sie sind auch Hauptbestandteil der Fasanenschwanznymphe (Pheasant-Tail) und werden auch viel für Schwänzchen, Beinchen und Flügelscheiden verwendet.

Weitere Infos zu Federn in meinem Sachbericht Materialkunde: Federn

19 Pfaufedern (Pfaugras)

Die langen Seitenfibern der Schmuckfedern des Pfaus werden für viele Trockenfliegen, Nassfliegen und Nymphen als Material für den Körper verwendet. Red Tag, Alexandra oder Ritz-D sind nur einige Berühmtheiten deren Fängigkeit unumstritten ist.

Der eigenartige, grünschillernde Glanz wirkt auf viele Fische anziehend.

Weitere Infos zu Federn in meinem Sachbericht Materialkunde: Federn

20 Bleidraht

Bleidrähte werden in vielen Stärken und Farben angeboten. Für bleibeschwerte Fliegen und Streamer werden sie meist unter das Körpermaterial direkt auf den Hakenschenkel gebunden und/oder geklebt. Bleidraht wird immer mehr von Tungsten (Wolfram) abgelöst da Tungsten für unsere Umwelt verträglicher ist.

21 Chenille

Der Name kommt aus dem Französischen und bedeutet Raupe wegen seiner gleichmäßig abstehenden Kunstfibern. Mit diesem Material lassen sich schöne Fliegen- und Streamerkörper formen. Wurde es früher hauptsächlich für Kleidung verwendet so ist es heute fast unverzichtbar für jeden Fliegenbinder.

22 Bucktail

Die steifen Schwanzhaare des Weißwedelhirschen sind sehr stabil und eignen sich hervorragend für große Hecht- und Forellenstreamer. Meist werden sie in leuchtenden, fluoriszierenden Farben angeboten.

Weitere Infos zu Fellen in meinem Sachbericht Materialkunde: Felle

23 Marabou

Der Marabou gehört zu den bedrohten Tierarten so dass heute fast nur noch Truthahnfedern angeboten werden und das ist auch gut so. Die Qualität ist nicht schlechter wie beim Marabou. Es gibt sie in allen erdenklichen Farben. Die feinen, weichen Fibern spielen faszinierend im Wasser und werde für viele Forellen- und Hechtstreamer eingesetzt.

Weitere Infos zu Federn in meinem Sachbericht Materialkunde: Federn

24 CDC (Cul de Canard)

Cul de Canard kommt vom französischen und heißt soviel wie "Entenpopo". Die extrem weichen Federn sind um die Bürzeldrüse bei der Ente angeordnet. Mit dem Fett das die Drüse produziert wird das Gefieder sozusagen impregniert. Dadurch ergibt sich bei diesen CDC-Federn eine enorme Schwimmfähigkeit. Ideal für ganz feine Trockenfliegen. CDC-Fliegen nicht einfetten!

Weitere Infos zu Federn in meinem Sachbericht Materialkunde: Federn

25 Dschungelhahn (Jungle Cock)

Der Dschungelhahn steht schon lange in der Liste der gefärdeten Tierarten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens.Verwendet werden die Federn mit Augen aus dem Nacken des Hahns. Mittlerweilen gibt es aber auch gute Imitate aus Plastik aber auch Starfedern lassen sich als Ersatz einsetzen.

Weitere Infos zu Federn in meinem Sachbericht Materialkunde: Federn

26 Stockente (Mallard)

Federn von der Stockente bzw. Erpel (=Mallard) werden gerne als Dachflügel z.B. bei Lachsfliegen eingesetzt. Aber auch die Schwung- und Schulterfedern lassen sich gut zu Fahnenflügel verarbeiten.

Weitere Infos zu Federn in meinem Sachbericht Materialkunde: Federn

27 Rebhuhn (Pardridge)

Vom Rebhuhn können fast alle Federn verwendet werden. Die Brust- und Rückenfedern sind ideal für die berühmte "Märzbraune".

Weitere Infos zu Federn in meinem Sachbericht Materialkunde: Federn

28 Perlhuhn

Die weißgefleckten Brustfedern verwende ich hauptsächlich für die Beinchen der Arthofer-Nymphe. Das ist aber nur eine von vielen Verwendungsmöglichkeiten dieser schönen Federn.

Weitere Infos zu Federn in meinem Sachbericht Materialkunde: Federn

29 Gänsefedern (Gänse-Biots, Goose-Biots)

Die langen, in vielen Farben angebotenen Gänsebiots sind das ideale Material für Fühler, Beinchen und Schwänzchen. Sie sind äußerst stabil und geben der Fliege eine gute Lage auf dem Wasser. Am liebsten verwende ich sie als Schwänzchen in V-Stellung gebunden für die Montana.

Weitere Infos zu Federn in meinem Sachbericht Materialkunde: Federn

30 Floss (Flockseide)

Feine, nebeneinanderliegende Fäden (Kunst oder echt). Wegen der starken Leuchtkraft wird Floss gerne für Reizfliegen und -streamer verwendet. Floss aus Acetatseide (Kunstfaser) ist in Aceton löslich. Nach dem Anbinden mit Aceton behandelt kann die Form verändert werden. Der Körper wird dann glatt und transparent.

Weitere Infos zu Floss in meinem Sachbericht Materialkunde: Fäden

31 Markierstifte

Diese wasserfesten Stifte sind sehr praktisch um Streamer und Fliegen nachträglich zu bemalen. Z.B. Barschstreifen oder seitliche Flecken bei der Maifliege usw.

32 Fasanenbalg

Hat man Beziehungen zu Jägern kommt man oft günstig an Federn und Felle mit denen der Jäger nichts anfangen kann. So bekam ich diesen Fasanenbalg aus dem sich Hunderte von tollen Fliegen und Nymphen binden lassen.

Weitere Infos zu Federn in meinem Sachbericht Materialkunde: Federn

III. Fliegentypen

Nymphe: beschwerte Reizfliege, wird in Grundnähe gefischtNymphe: Eintagsfliegenlarve, wird in Grundnähe gefischtNymphe: Steinfliegenlarve, wird in Grundnähe gefischtBachflohkrebs, wird in Grundnähe gefischtStreamer: beschwerter Forellenstreamer, wird in Grundnähe und im Mittelwasser gefischtStreamer: Woolly-Bugger, wird in Grundnähe und im Mittelwasser gefischtNymphe, Aufsteiger: Arthofer, wird in Grundnähe und im Mittelwasser gefischtNymphe, Aufsteiger: Arthofer, wird in Grundnähe und im Mittelwasser gefischtNymphe, Aufsteiger: Fasanenschwanznymphe (Pheasant Tail), wird in Grundnähe und im Mittelwasser gefischtNymphe, Aufsteiger: Fasanenschwanznymphe (Pheasant Tail), wird in Grundnähe und im Mittelwasser gefischtNymphe, Aufsteiger: Ritz-D, wird in Grundnähe und im Mittelwasser gefischtNymphe, Aufsteiger: Ritz-D, wird in Grundnähe und im Mittelwasser gefischtNassfliege: Märzbraune, wird im Mittelwasser gefischtTrockenfliege: Tenkarafliege (Sakasa Kebari), wird auf der Wasseroberfläche gefischtTrockenfliege: Steinfliege, wird auf der Wasseroberfläche gefischtTrockenfliege: Maifliege Weibchen nach der Eiablage, wird auf der Wasseroberfläche gefischtTrockenfliege: Emerger, Auskriecher, wird auf der Wasseroberfläche gefischtTrockenfliege: Maifliege, wird auf der Wasseroberfläche gefischtTrockenfliege: Köcherfliege, wird auf der Wasseroberfläche gefischtTrockenfliege: Eintagsfliege, wird auf der Wasseroberfläche gefischt

a) Trockenfliegen

Adams Bivisible Mosquito Red Tag Tricolore usw.
Adams Bivisible Mosquito Red Tag Tricolore

weitere

(Für die Bindeanleitung einfach auf den Text unter dem Bild klicken)

Einen Fisch auf Sicht mit einer selbstgebundenen Trockenfliege zu überlisten gehört zu den schönsten Erlebnissen eines Fliegenfischers. Da kann es schon öfter vorkommen dass der Fisch die Fliege noch in der Luft und vor der Landung auf dem Wasser holt.

Wie der Name schon sagt wird die Trockenfliege auf der Wasseroberfläche präsentiert. Beim Kauf erkennt man sie meist an dem Hechelkranz quer hinter dem Ör, am Leichtgewicht und vor allem an den schwimmfähigen Materialien die beim Binden verwendet wurden.

Ist man noch wenig erfahren setzt man Trockenfliegen meist dann ein wenn man steigende Fische bemerkt. Beobachtet man aber die Schlüpfzeiten stellt man fest dass Trockenfliegen auch ausserhalb der Steigperioden eingesetzt werden können.

Trockenfliegentypen:

Aufbau:

Haken: Leicht und feindrahtig
Schwänzchen: Etwa selbe Länge wie Hakenschenkel
Körper: Wasserabweisende / schwimmende Materialien
Hechelkranz: Länge: leicht über die Hakenspitze hinaus
Flügel:
Länger wie Hechelkranz, Eintagsfliege: Flügelstellung aufgerichtet, Köcherfliege: dachförmig, Steinfliege: flach über dem Körper.

b) Nassfliegen

Märzbraune Alexandra usw.
Märzbraune Alexandra

weitere

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Die Nassfliege imitiert meist ein ertrunkenes (Spinner) oder abgestorbenes Insekt, eine aufsteigende Nymphe aber auch gelegentlich ein kleines Fischchen.

Die Nassfliege ist das ganze Jahr über aber besonders im Frühjahr fängig. Größere Haken fischt man in der Regel bei Saisonbeginn und trübem Wasser, kleinere bei klarem Wasser und niedrigem Wasserstand.

Nassfliegentypen:

Aufbau:

Haken: Schwer und dickdrahtig
Schwänzchen: Ungefähr halbe Körperlänge
Körper: Bedeckt den ganzen Hakenschenkel, meist Wolle, Chenille oder andere sinkende Materialien
Hechelkranz: Bart oder Beinchen, nur nach unten stehende Fibern bleiben stehen, nach oben stehende werden abgeschnitten. Wenn Hechelkranz dann mit Hennenhechel (s. a. Hechelnassfliege)
Flügel:
Nach hinten gestellt, etwa so lang wie der Haken oder ein bisschen darüber hinaus. Beim Kauf auf gleiche Flügel(Feder)paare achten!
Rippung: Silber- oder Golddraht.

c) Nymphen

Ritz D Arthofer Hasenohrnymphe Pfaugrasnymphe Fasanenschwanznymphe usw.
Ritz "D" Arthofer Hasenohrnymphe Pfaugrasnymphe

Fasanenschwanznymphe

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Nymphen imitieren die Larven der Fliegen am Grund oder während des Aufstiegs zur Wasseroberfläche. Beschwert werden sie dementsprechend am Grund oder im Mittelwasser geführt. Das Aufsteigen der Nymphe wird durch das mehr oder weniger rythmische hochziehen der Nymphe simuliert.

Nymphentypen:

Aufbau:

Haken:
Schwer und dickdrahtig, je nach Nymphe auch gebogen
Schwänzchen:
Feine Fibern bei der Eintagsfliegennymphe, zwei Borsten bei der Steinfliegen- und keines bei der Köcherfliegenlarve
Körper:
Zweigeteilt bei der Eintagsfliegennymphe, durchgehend aber öfter segmentiert bei der Steinfliegennymphe und gekrümmt bei der Köcherfliegennymphe
Torax: Brust aus Draht (meist Kupfer wie z.B. RitzD) schwebt mehr nach unten.
Flügel:
Nur bei der Köcherfliegennymphe und da nur bis zur Mitte, bei den Anderen, Flügelscheiden.

d) Streamer

Forellenstreamer Hechtstreamer Hechtstreamer Woolly-Bugger usw.
Forellenstreamer Bunny Hechtstreamer Woolly Bugger

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Das Fischen mit Streamern wird weitgehend noch zum Fliegenfischen gezählt obwohl der Streamer keine Fliege imitiert sondern ein Fischchen. In Form, Größe und Köderführung unterscheidet er sich jedoch stark von der übrigen Fliegenfischerei.

Streamertypen:

Wie beim normalen Fliegenfischen ist eine kleine, überschaubare Auswahl von erfolgreichen Streamern empfehlenswerter als eine große Sammlung aller möglichen Streamern.

e) Landinsekten

Ameise Heuschreck Käfer usw.
Ameise Heuschreck Käfer

weitere

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Das Fischen mit Landinsekten kann recht vielversprechend sein. Z.B. mit Heuschrecken an einem Bach der durch eine frisch gemähte Wiese läuft oder mit Ameisen wenn sich das Fließgewässer durch einen Wald schlängelt.

Arten:

  • Käfer (oft mit Schaumstoff gebunden) sind immer einen Versuch wert.
  • Ameisen (meist auch mit Schaumstoff aber mit zweigeteilten Körpern) sehr fängig in Waldnähe.
  • Heuschrecken, sehr fängig im Sommer in Wiesenbächen (vor allem wenn frisch gemäht wurde).
  • Bienen und Wespen, in manchen Gegenden "der Renner".

f) Flohkrebse

Bachflohkrebs usw.
Bachflohkrebs

weitere

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Flohkrebse kommen in unseren Gewässern häufig vor und werden gerne von den Fischen gefressen.

Bleibeschwert werden sie in Grundnähe zuckend geführt.

Kleiner Tipp für Sparsame: Kaputte Einkaufstüten eignen sich gut zum Binden des Panzers. Sie bieten viele Farben und Schattierungen!

IV. Grundlegende Arbeitsgänge

Gemeint sind damit die ersten Schritte beim Binden einer Fliege, einfache Techniken und Muster. Je mehr Fliegen man bindet um so mehr befaßt man sich auch mit Insekten und lernt ständig dazu. Auch die Bindematerialien ändern sich und jährlich kommen hunderte von neuen Materialien auf den Markt. Aber, es reichen am Anfang einfache Werkzeuge und Materialien. Oft findet man sie sogar bei einem Waldspaziergang. Irgendwo las ich einmal den netten Spruch:

Ab dem Moment wo Du mit dem Fliegenbinden beginnst, fehlt Dir ständig etwas!

So muß es aber nicht sein. Viele Materialien lassen sich auch durch andere ersetzen oder versuchen Sie einfach mal aus einem Klassiker eine neue Fliege, mit etwas anderem Material, Form oder Farbe zu binden und testen sie Sie an Ihrem Hausgewässer. Sie werden überrascht sein! Beginnen wir aber mit dem ersten Schritt (Alle nachfolgenden Arbeitsgänge sind für Rechtshänder beschrieben, Linkshänder bitte einfach umdenken):

Haken in den Bindestock einspannen:

Widerhaken andrücken Haken einspannen

Falls Ihr Haken noch einen Widerhaken hat drücken Sie ihn bitte an. In den meisten Fließgewässern ist das Fischen mit Widerhaken nicht erlaubt. Bei der heutigen Ausrüstung (Ruten, Schnur, Haken . . .) ist ein Fischen mit Widerhaken vollkommen überflüssig. Das Fischen ohne Widerhaken bringt viele Vorteile: Haken im Gebüsch, Baum, Kescher, Kleidung, Ohr usw. sind wesentlich leichter wieder zu entfernen.

Der Haken wird fest in den Bindestock eingespannt so dass er nicht mehr verrutschen kann. Um möglichst weit in den Bogen zu binden und um die Hakenspitze nicht schon beim Einspannen zu verletzen sollte die Spitze herausschauen. Am besten man gewöhnt sich das schon am Anfang richtig an.

Bindefaden anlegen und die erste Wicklung:

Bindefaden anlegen Erste Wicklung

Nehmen Sie den Faden in die linke Hand, den Spulenhalter in die rechte Hand und legen Sie den Faden wie ein Dreieck möglichst nah am Ör über den Haken. Halten Sie eine leichte Spannung damit der Faden nicht verrutscht. Winden Sie nun den Faden (vom Körper weg) mit dem Spulenhalter über den linken Faden. Nach drei, vier Windungen müßte das Fadenende (in der linken Hand) sicher eingebunden sein so dass es nicht mehr verrutschen kann. Jetzt die Windungen weiterführen bis zum Hakenbogen. Achten Sie von Beginn an darauf dass die Windungen sauber nebeneinander liegen. Lassen Sie den rechten Faden am linken Faden entlang gleiten damit haben Sie eine bessere Führung.

Die Grundwicklung, welche auch die Basis für die meisten gebundenen Fliegen ist, wäre geschafft. Jetzt finden auch alle anderen Materialien halt welche ohne Grundwicklung höchstens mit Kleber halten würden. Das Ende des Fadens kann nun abgeschnitten werden. Bind ich eine Fliege mit Schwänzchen lasse ich meist einen kleinen Rest Faden stehen. Achtung! Nicht den Faden am Spulenhalter abschneiden! Der wird nämlich noch gebraucht. Den Spulenhalter läßt man mit dem Faden einfach runterhängen.

Als nächstes werden die verschiedenen Materialien eingebunden. Damit die Fliege nicht zu dick wird gilt hier die Devise: Weniger ist mehr! Also nicht zuviel Material nehmen und überstehendes Material abschneiden sobald es hält.

Schwänzchen einbinden:

Schwänzchen einbinden (lockere Schlaufe) Schwänzchen einbinden

Im Beispiel oben wird als Schwänzchen für eine Red Tag ein roter Faden eingebunden. Bis man ein richtiges Gefühl hat und die einzubindenden Materialien nicht knicken oder sich um den Hakenschenkel winden, rate ich am Anfang die ersten beiden Windungen locker durchzuführen und erst wenn das Material richtig auf dem Hakenschenkel liegt, die Schlaufe zusammen zu ziehen (s. linkes Bild). Das einzubindende Material wird mit dem Hauptfaden fixiert welcher dann Windung für Windung zurückgeführt wird.

Je nachdem wo die Materialien (Schwänzchen, Flügelscheide, Flügel usw.) gebraucht werden wird der Faden immer wieder zwischen Ör und Hakenbogen hin und her geführt und die einzelnen Teile eingebunden.

Dubbing:

dubbing dubbing dubbing

Der herabhängende Hauptfaden wird mit etwas Wachs bestrichen.

Mit Zeigefinger und Daumen wird das gezupfte Dubbingmaterial um den gewachsten Hauptfaden gewickelt ("gezwurlt"). Wichtig bei diesem Vorgang ist, dass nur in eine Richtung gedreht wird (keinesfalls hin und her)!

Dann wird das Dubbing nach oben geschoben und um den Hakenschenkel gewickelt so dass ein kleiner Fliegenkörper entsteht. Nicht zuviel nehmen, besser öfters nachfassen!

Binden eines Hechelkranzes:

Hechelkranz binden Hechelkranz binden

Der Hechelkranz stellt meist Beinchen und Fühler von Insekten dar. Am häufigsten verwendet werden Federn aus dem Nackenbereich des Hahns und der Henne wobei Hahnenfedern wegen ihrer Steifheit und höheren Schwimmfähigkeit in der Regel für Trockenfliegen verwendet werden und Hennenfedern wegen ihrer Weichheit für Nassfliegen und Nymphen.

Zunächst wird der Flaum und die unteren Fibern vom Ende des Kiels entfernt. Dann wird der blanke Kiel mit einigen Windungen am Haken fixiert.

Fassen Sie die Hechel mit einer Hechelklemme vorsichtig an der Spitze und winden Sie die Hechel um den Hakenschenkel. Achten Sie darauf dass die Hecheln dicht aneinander liegen aber nicht überlappen. Dass bedarf ein bisschen Übung. Aber nach ein paar gebundenen Fliegen klappt das mühelos. Gewickelt wird in Richtung Ör. Am Schluß wird das Ende der Hechel mit dem Hauptfaden gesichert (d.h. das Ende mit dem Hauptfaden umwickeln bis sie hält).

Sollen die Hecheln nur als Beinchen dienen, kann der obere Teil mit der Schere "gestutzt" werden. Zur Stabilisierung der Fliege und bei bestimmten Fliegen wird auch mal der untere Teil "gestutzt".

Binden von Flügeln (nach hinten gerichteten: Nassfliegen, Köcherfliegen . . .):

Flügelpaar einer gesprenkelten Truthahnfeder Flügelpaar einer gesprenkelten Truthahnfeder einbinden Flügelpaar einer gesprenkelten Truthahnfeder einbinden

Am meisten werden Federfibern für Flügel verwendet. Die Ausschnitte (s. linkes Bild, Bildmitte) müssen von zwei gleichen Federn von je einer Seite des Huhns stammen und in Farbe und Länge möglichst identisch sein.

Schneiden Sie zwei gleiche Segmente aus den Federn (möglichst selbe Stelle und mit der Schere, nicht rupfen!). Legen Sie nun beide Seiten zusammen (matte Seite nach innen) und setzen Sie die Flügel auf die Hakenoberseite Richtung Ör. Die Flügelspitzen zeigen nach oben. Die Flügel nicht zu nahe am Ör anbinden wenn noch ein Hechelkranz und/oder Köpfchen eingebunden werden soll!

Im nächsten Schritt wird der Hauptfaden mehrmals über die Flügel gewunden um sie auf dem Hakenschenkel zu sichern.

Als Standardfedern werden meist Truthahn-, Gans-, Rebhuhn oder Entenfedern genommen. Aber auch Felle können als Flügelmaterial dienen wie Elch- oder Rehhaar.

Vor dem Flügel kann noch ein Hechelkranz eingebunden werden und zwischen Flügel und Ör noch ein konisches (spitz zulaufendes) Köpfchen mit dem Hauptfaden.

Binden von Flügeln (aufrecht stehend: Trockenfliegen . . .):

Hechelspitzen als Flügel für Trockenfliegen einbinden Hechelspitzen als Flügel für Trockenfliegen einbinden Hechelspitzen als Flügel für Trockenfliegen einbinden

Meist für Trockenfliegen wie in unserem Beisspiel - eine Adams - werden Hechelspitzen verwendet. Hier kann man ruhig die kleinen unteren Hecheln von Bälgen nehmen die meist für Hechelkränze usw. zu kurz sind.

Legen Sie als erstes die Größe der Hechelspitzen fest. Dabei hat man am Anfang die größten Probleme. Sie sollen nur ein paar Milimeter über die Spitzen des Hechelkranzes rausragen. Meist werden sie anfangs zu kurz oder zu lang. Das bringt aber die Übung. Nun legen Sie den Kiel der dann eingebunden werden soll frei indem Sie einfach die feinen Fibern abzupfen.

Jetzt werden zwei Spitzen nebeneinander flach auf den Hakenschenkel gebunden und mit einer Stützwicklung (knapp am hinteren Ende) aufgerichtet. Mit einer "8-er Wicklung" werden die Flügel in V-Stellung gebracht. Das kann man sogar noch erweitern bis die Flügel quer vom Körper abstehen (Spent-Stellung).

Palmerbindung:

Palmerbindung Palmerbindung

Von einer Palmerbindung spricht man wenn ein Hechelkranz über den gesamten Hakenschenkel gewunden wird.

Legen Sie den Kiel einer Hechel frei indem Sie einfach die feinen Fibern abzupfen und binden Sie diese am Ende (Hakenbogen) ein. Dann wird die Hechel (am besten mit der Hechelklemme) nach vorne gewunden und das Ende mit dem Hauptfaden fixiert.

Das kann man je nach gewünschter Fliege eng und dicht wickeln oder auch locker, leicht und luftig mit größerem Abstand.

Zwischenknoten / Sicherungsknoten von Hand (Halfhitch):

Der Halfhitch ist nur als Zwischensicherung gedacht nicht als Abschluss! Dafür wird der Whipfinish verwendet (s. weiter unten).

Nehmen Sie den Spulenhalter mit dem Faden in die linke Hand (Rechtshänder) und halten Sie mit dem rechten Daumen und Zeigefinger den Faden. Der Zeigefinger liegt oben, der Daumen unten.

Nun drehen Sie die rechte Hand einmal vom Körper weg, so dass jetzt der Daumen oben liegt.

Legen Sie die Schlaufe über das Ör auf den Hakenschenkel.

Ziehen Sie jetzt mit der linken Hand nach unten die Schlaufe zu.

Zwischenknoten / Sicherungsknoten mit Tool (Halfhitch):

Mit einem Halfhitchtool welches meist in Dubbingnadeln, Einfädler oder Whipfinisher integriert ist geht manchem dieser Knoten besser von der Hand. Man legt den Halfhitchtool auf den Bindefaden, legt den Faden einmal um den Tool, setzt den Tool am Hakenör an, streift die Schlaufe auf den Hakenschenkel und zieht mit der linken Hand (Rechtshänder) die Schlaufe zu.

Abschlussknoten (Whipfinish) mit Whipfinisher:

01. Schritt:

Nehmen Sie den Whipfinisher (Knotenbinder) in die rechte Hand wie im Bild (links) und führen Sie den oberen Haken des Knotenbinders von hinten an den Faden. Legen Sie dann den Faden an den unteren Haken des Whipfinishers. Dabei ist es egal ob von vorne oder von hinten.

02. Schritt

Ziehen Sie nun den Whipfinisher (rechte Hand) unter leichtem Zug nach rechts oben und den Spulenhalter (linke Hand) nach links so dass der Faden parallel zum Hakenschenkel läuft. Es entsteht eine liegende Vier.


03. Schritt

Hat man einen rotierenden Whipfinisher, nimmt man einfach das Röhrchen zwischen Daumen und Zeigefinger und führt den Whipfinisher 3 - 4 Mal unter leichtem Zug um den Hakenschenkel. Dabei umwickelt der senkrechte Faden den am Hakenschenkel anliegenden, waagrechten Faden.

Hat man keinen rotierenden Whipfinisher läßt man den Whipfinisher locker zwischen Daumen und Zeigefinger gleiten.

04. Schritt

Nach der letzten Windung positioniert man den Whipfinisher am besten so dass die beiden Haken des Whipfinishers nach oben stehen (s. Bild links). Der Zeigefinger schiebt sich vorsichtig nach vorne zum federnden Haken.

05. Schritt

Jetzt wird mit einem leichten Stupser mit dem Zeigefinger an den federnden Haken und unter leichtem Zug mit der linken Hand der Faden an ausgehängt.

06. Schritt

Die linke Hand zieht langsam den Faden nach links wobei gleichzeitig der Knotenbinder nach oben geht. Jetzt nur noch den Knotenbinder aushängen, den Knoten festziehen und abschneiden. Mit einem Tropfen Lack kann der Knoten zusätzlich gestärkt werden.

Der Abschlussknoten (Whipfinish) ist eine der besten Methoden um die Fliege vor der schnellen Auflösung zu bewahren. Mit ein bisschen Übung und einem kleinen Hilfswerkzeug (Whipfinisher) ist er schnell zu erlernen.

Dass es für Fortgeschrittene auch ohne Whipfinisher geht zeigt der nächste Abschnitt.

Abschlussknoten (Whipfinish) von Hand:

Mit etwas Übung gelingt der Abschlussknoten auch ohne Werkzeug (Beispiel für Rechtshänder):

01. Schritt:

Ausgangsposition:
Die linke Hand hält den Spulenhalter und Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand liegen auf dem Faden.
Die Fingernägel schauen mich an!

02. Schritt

Jetzt die beiden Finger nach rechts drehen und den Faden mit der linken Hand hinter Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand führen. Dabei entsteht eine Schlaufe. Die Fingerkuppen schauen mich an!

03. Schritt

Danach die beiden Finger der rechten Hand in der Schlaufe so drehen dass mich die Fingernägel wieder anschauen. Der Zeigefinger der rechten Hand spreizt sich jetzt vom Mittelfinger etwas ab und führt den Faden über den Hakenschenkel.

04. Schritt

Die Fingerkuppen schauen mich wieder an! Die beiden Finger in der Schlaufe wieder drehen. Die Fingernägel schauen mich an!

05. Schritt

Der Zeigefinger legt den Faden wieder um den Hakenschenkel und . . .

06. Schritt

. . . die Fingerkuppen schauen mich wieder an!

07. Schritt

Finger in der Schlaufe wieder drehen. Die Die Fingernägel schauen wieder zum Binder! Der Zeigefinger hebt den Faden wieder über den Hakenschenkel und die Fingerkuppen schauen mich wieder an. 2 - 3 Windungen reichen im Allgemeinen aus!

08. Schritt

Nach der letzten Windung kann der Zeigefinger vorsichtig aus der Schlaufe genommen werde und Daumen und Zeigefinger halten nun Haken und Schlaufe fest. Jetzt kann auch der Mittelfinger aus der Schlaufe genommen werden.

09. Schritt

Die linke Hand kann jetzt den Knoten zuziehen.

10. Schritt

Fertig ist ein von Hand gebundener Abschlussknoten.

Jetzt wünsch ich noch viel Spass beim Binden der ersten Fliegen und vor allem dann viel Erfolg mit den Selbstgebundenen am Wasser!