Waten

Bekleidung

Die ideale auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Watausrüstung zu kaufen ist für einen Anfänger ohne fachkundige Beratung fast aussichtslos. Die vielen Möglichkeiten, Materialien, Einsatzgebiete, Qualitätsunterschiede verwirren und führen oft zu Frust oder Doppelkauf.

Ich möchte hier gerade dem Neuling ("Einsteiger ins Wasser") einen kleinen Leitfaden bieten auf was es bei einer Watausrüstung ankommt, was es mit den unterschiedlichen Materialien auf sich hat und auf Vor- und Nachteile hinweisen damit nicht gleich der erste Watausflug ins Wasser fällt

A) Wathose:

Zunächst ein paar Gedanken zu den verschiedenen Materialien.

Nylon/PVC:

Watbekleidung aus Nylon/PVC ist robust. Aus diesem Grund wird sie oft in der Fischzucht oder in der Wasserwirtschaft eingesetzt. Die glatte Oberfläche ist Schmutz abweisend und leicht abwaschbar. Da der Schweiß nicht nach außen kann steht man im Sommer schon mal „im eigenen Saft“. Auch kann ein längerer Fußmarsch, wie es bei Fliegenfischern ja häufig vorkommt, sehr unangenehm werden. Für kurze Einsätze im Wasser sind sie aber schon wegen dem Preis interessant. Sie sind erhältlich ab 50,- €.

Neopren:

Diese 3-5 mm dicke Hose ist optimal für eiskalte Tage (im Winter) z.B. beim Huchenfischen. Auch bei Neopren wird der Schweiß nicht nach außen transportiert und so kann es im Sommer sehr unangenehm werden. Der Preis liegt bei ca. 50 - 300 €. Die Hose im Bild hat schon einige Jahre hinter sich und ist nach ein paar kleineren Reparaturen immer noch dicht.

Atmungsaktive Wathose:

Diese modernen Wathosen tragen sich fast schon wie normale Kleidung. Die atmungsaktiven Materialien transportieren über mehrere Schichten die Feuchtigkeit nach außen, lassen aber kein Wasser und keinen Wind von außen nach innen. Neuere Modelle haben sogar schon wasserdichte Reißverschlüsse zum schnelleren an- und auskleiden und für das "kleine Geschäft". Allerdings gilt zu bedenken dass man die meisten Brusthosen auch hüfthoch tragen kann. Geht nun ein Reißverschluss von oben nach unten so kann dieser beim Zusammenrollen des oberen Teils ganz schön auftragen! Ein Vorteil der atmungsaktiven Wathose ist dass sie sehr schnell trocknen.

Sie sind zwar nicht so warm wie Neopren-Wathosen aber diesen kleinen Nachteil kann man mit Funktions-Unterwäsche und einer Fleece-Schicht schön ausgleichen. Aus diesem Grund und aus Gründen der Bewegungsfreiheit sollte eine Wathose ruhig eine Kleidergröße mehr genommen werden.

Wer einmal atmungsaktive Watbekleidung getragen hat wird diese kaum noch gegen eine andere austauschen.

Wathosen mit angenähten Schuhen:

Nachteil: ist eines der beiden Teile (Wathose oder Schuhe) unreparierbar defekt, muss die komplette Wathose erneuert werden. Ein weiterer Nachteil ist wenn man z.B. noch eine weitere Wathose in einer anderen Höhe dazukaufen möchte muss diese auch wieder mit Schuhen gekauft werden. Ein kleiner Vorteil liegt im schnellen an- und ausziehen.

Wathosen mit angenähten Neoprenfüßlingen:

Vorteil: Ist man im Besitz von mehreren Wathosen unterschiedlicher Höhe (Watstrümpfe, Hüfthose, Brusthose) benötigt man trotzdem nur ein paar Schuhe. Ein weiterer Vorteil: fische ich an unterschiedlichen Gewässern (mal hauptsächlich vom Ufer aus, mal hauptsächlich im Wasser) kann ich Schuhe mit unterschiedlicher Sohle verwenden (Filz oder Gummi mit Profil). Defekte Neoprenfüßlinge können von einem Neoprenservice wieder neu angenäht werden.

Gravel Guards:

Gravel Guards sind von ihrer Funktion wie Gamaschen zu sehn. Bei Wathosen mit Neoprenfüßlingen sollten sie zum Standard gehören. Sie sind bereits an der Wathose angenäht und müssen nur noch über die Schuhe gestülpt werden. Zum Einen verhindern sie das Eindringen von Steinchen und Sand und zum Anderen schützen sie die Neoprenfüßlinge vor Reibung mit diesem und geben ihnen damit eine längere Lebenszeit. Es gibt sie auch separat zu kaufen.

Watstrümpfe:

Watstrümpfe gibt es in allen drei Materialien (Nylon, Neopren, atmungsaktiv). Gerade im Sommer oder in einem seichten Bach oder nur mal auf eine Kiesbank zu kommen, die ideale Lösung. Sie reichen bis zum Schritt und werden mit einem Band einfach in den Gürtel geschlauft. Preis für atmungsaktive Watstrümpfe ca. 150,- €.

Hüfthose:

Erhältlich in allen drei Materialien (Nylon, Neopren, atmungsaktiv). In vielen Gewässern ist nur eine Hüfthose erlaubt. Fischt man hauptsächlich in solchen Gewässern oder in Gewässern mit einer max. Tiefe bis zum Schritt, ist diese Hose die erste Wahl. Als atmungsaktive trägt sie sich wie eine normale Hose. Ein ganzer Angeltag oder auch ein Fußmarsch von 5-10 Km ist mit dieser Hose kein Problem. Ab ca. 250 € erhält man schon gute Hüfthosen.

Brusthose:

Wie der Name schon sagt reicht sie bis in Brusthöhe. Auch sie bekommt man in allen drei Materialien und zudem auch noch in Mischformen (Oberteil atmungsaktiv, Unterteil ab Hüfte in Nylon oder Neopren). Meist lässt sich der obere Teil bis zur Hüfte einrollen oder umschlagen und man erhält dadurch eine Hüfthose. Die seitenverkehrten Verschlüsse an den Trägern sind kein Materialfehler! Sie dienen beim umschlagen des Oberteils als Gürtel.

Diese Hose ist auch für tiefere Gewässer geeignet was aber nicht heißt, dass man die Höhe der Hose voll ausnützen sollte! Das Wasser sollte nicht weiter als bis zur Hüfte reichen. Der Preis für atmungsaktive Brusthosen liegt zwischen 200,- bis 1.000,- €. Ab ca. 250,- € bekommt man schon sehr gute atmungsaktive Brust-Wathosen.

Watstiefel:

Diese, meist bis zum Schritt reichenden Naturkautschukstiefel werden mit einem Band am Gürtel vor dem Verrutschen gesichert. Das Futter ist meist Neopren, Baumwolle oder weiches Kalbsleder. Neopren ist für die kältere Jahreszeit gedacht und Baumwolle für die wärmeren Tage im Jahr. Kalbsleder hat einen sehr hohen Tragekomfort und ist mit den entsprechenden Socken fürs ganze Jahr geeignet. Durch ihr Material sind sie natürlich sehr robust und für Wanderungen durch Wasser, Gestrüpp und unwegsamen Gelände geeignet.

Watgürtel:

Wichtigstes Utensil bei Hüft- und Brust-Wathosen! Sofern er nicht schon in der Wathose integriert ist, ist er ein absolutes Muss! Ohne Watgürtel würde die Hose bei einem Sturz im Wasser sofort voll laufen und die Beine wie einen Luftballon nach oben drücken. Die Folgen sind leicht auszurechnen.

Da es Wathosen auch für Kinder gibt, mein Appell an die Eltern: Nur mit Watgürtel! Gerade bei Kindern kann das lebensgefährlich werden!

Praktisch sind Watgürtel mit integriertem Schnurfangkorb vor allem wenn man in Bereichen mit Wurzeln oder Schilf oder sonstigen Sträuchern fischt da die Restschnur beim Fliegenfischen nicht ins Gestrüpp treibt (s. Bild).

Brusttasche:

Bequem und komfortabel ist es, wenn in der Wathose Brust- oder Seitentaschen integriert sind für Papiere, Geldbeutel oder Autoschlüssel usw. oder die Möglichkeit an einen integrierten Ring eine kleine Tasche anzuhängen.

Reparatur-Kleber:

Er ermöglicht kleinere Reparaturen ohne Flicken oder Nahtband. Diese Kleber sind meist geeignet für Neopren, Nylon/PVC, Gummi, atmungsaktive Materialien oder Segeltuch (Gebrauchsanweisung lesen!). Z.B. Aquasure, Aquaseal oder Stormsure (s.a. Kapitel F Wathosenreparatur). Noch ein Wort zur Pflege von Watbekleidung: Watbekleidung immer trocknen lassen und locker mit Bodenkontakt aufgängen, nie längere Zeit zusammengelegt lassen da sie an den Kanten sonst brüchig werden.

B) Unterwäsche:

Egal ob Nylon-, Neopren-Wathosen oder atmungsaktive Wathosen. Eine direkt auf der Haut getragene Funktionsunterwäsche sorgt nicht nur in den kälteren Jahreszeiten für einen angenehmen und gesunden Tragekomfort.

Bei einer guten Watunterwäsche wird auch die Feuchtigkeit in die äußeren Schichten transportiert. Für besonders kalte Tage kann über der Unterwäsche auch noch eine Lage leichte Fleece-Bekleidung getragen werden welche die Körperwärme zusätzlich speichert. Damit steht dem Angeln auch in der kalten Jahreszeit nichts mehr im Weg.

C) Watjacke:

Für kühlere Tage oder wenn das Wasser auch von oben kommt, ist eine Watjacke ideal. Wichtigstes Merkmal ist, dass sie sehr kurz geschnitten ist. Sie soll ja beim Tragen nicht ins Wasser hängen. Eine gute Watjacke zeichnet sich aus durch:

D) Watschuhe:

Bei Watschuhen gilt es viele Fragen zu klären. Filzsohle? Gummiprofil? Vibramsohle? Spikes? Leder? Kombination Filz/Gummi? Verwendung auch im Salzwasser? Welche Schuhgröße? Usw.

Ich beginn mal mit Letzterem. Damit dicke Socken und/oder 3-4 mm dicke Neoprenfüßlinge in die Schuhe passen, sollte die Schuhgröße mindestens eine Nummer größer sein. Persönlich nehm ich sogar zwei Nummern größer da zu den bereits genannten Gründen auch noch dazu kommt dass Füße bei längerer Belastung leicht anschwellen. Am besten nimmt man Neoprensocken oder dicke Socken mit zum Einkaufen und probiert mit diesen.

Manche Watschuhe sind an den Seiten offen. Sind die Öffnungen zu groß können Steinchen oder Sand in den Schuh gelangen die dann dazu führen, dass die Neoprenfüßlinge durch die Reibung kaputt gehen! Außerdem drücken die Steinchen beim Waten!

Sollen die Watschuhe auch im Salzwasser verwendet werden, so ist ein besonderes Augenmerk auf die Ösen zu werfen. Kunststoff-Ösen sind in diesem Fall besser als Metall-Ösen. Es gibt auch Watschuhe aus einem Gummi-, Neoprengemisch ganz ohne Ösen. Diese sind besonders im Salzwasser geeignet.

Filzsohlen ohne Spikes:

Auf nassem, Moosbewachsenen Steinen gibt es derzeit kaum was besseres als Filzsohlen. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass sie im Wasser nahezu geräuschlos sind und Fische nicht vergrämt werden. In einigen Ländern sind Schuhe mit Filzsohlen verboten.

Filzsohlen mit Spikes:

Filzsohlen mit Spikes bieten noch ein bisschen mehr Halt. Bei großen Spikes ist jedoch ein Nachteil, dass die Schritte sehr laut werden und außerdem kann man versehentlich beim Fischen vom Ufer aus auf die Flugschnur treten. Spikes gibt es auch zum Einschrauben separat zu kaufen. Hier im Bild sind es noch sehr dezente Spikes.

Gummisohle:

Gummisohlen mit Profil sind in der Regel günstiger und reichen aus wenn man nur vom Ufer aus fischt. Auf unwegsamen, trockenem Gelände haben sie sogar leichte Vorteile gegenüber Filzsohlen. Im Wasser hingegen verhalten sie sich wie "Schlittschuhe".

Kombination Gummi/Filz:

Meist sind Zehen- und Fersenbereich Gummi und in der Mitte Filz. Eine gute Alternative für unterschiedliche Böden.

Vibramsohlen (Gummisohle):

Neuartige Gummisohle auf Wunsch mit Spikes. Sie sollen einen noch deutlicheren Laufkomfort und Halt auf rutschigen Steinen bieten als Filzsohlen. Auch sollen sie sich nicht so abnutzen wie Filzsohlen. Ein weiterer Vorteil: Sie nehmen keine Feuchtigkeit und im Winter keinen Schnee auf wie andere Sohlen. Meine bisherigen Erfahrungen damit sind aber noch eher negativ. An die Qualität und Rutschfestigkeit von Filzsohlen kommen sie bei weitem noch nicht ran. Ich hab mir 2012 einmal extra die Arbeit gemacht und einen Schuh mit Filzsohle und einen Schuh mit Vibramsohle angezogen und bin damit in die Leitzach gestiegen. Ich wollte unbedingt wissen ob und wo die Unterschiede liegen. Auf rutschigen, moosbewachsenen oder schlammigen Steinen war die Filzsohle deutlich überlegen. Sobald ich allerdings ausserhalb des Wassers war, sah ich die Vorteile eindeutig beim Vibramschuh. Der war in dieser Situation bedeutend griffiger und angenehmer zu tragen. Auch im Winter bei Schnee dürfte die Vibramsohle überlegen sein. In einigen Ländern sind Filzsohlen verboten da sind dann Vibramsohlen die bessere Wahl als z.B. normale Gummisohlen.

Ersatzfilzsohlen:

Da Filzsohle schneller verschleißen als Gummi, gibt es separate Filzsohlen zum aufkleben. Es gibt sie mit Spikes, ohne Spikes oder separaten Spikes zum einschrauben.

E) Sonstiges Wat-Zubehör:

Netztasche für nasse Watbekleidung:

Sehr praktisch ist eine Netztasche für nasse Watbekleidung. Meist ist darin auch noch eine Matte damit man beim Umkleiden im Freien mit den Strümpfen auf trockenem Boden steht. Falls diese nicht dabei ist sind auch alte Badeteppiche oder Automatten geeignet. Trotzdem sollte man die Watkleidung zu Hause nach dem Fischtag immer sofort aus der Tasche nehmen und aufhängen. Das gleiche gilt für die Schuhe.

Watstock:

In Flüssen mit sehr starker Strömung, felsigen Untergrund, Untiefen oder dunklem Wasser ist dieser Stock eine zusätzliche Sicherheit. Der Watstock ist wie ein drittes Bein und selbstverständlich gilt für das "Dritte Bein" das selbe wie für die anderen beiden. Ein Bein wird erst weiter bewegt wenn die anderen Beine einen guten Stand haben. Die größte Gefahr der Instabilität ist beim Weitersetzen des Watstockes stromab da er von einer starken Strömung (trotz Bleibeschwerung) weggedrückt wird. Das wird häufig unterschätzt. Mit "Watgeschwindigkeit 1m / Minute" hab ich Zeit mir den nächsten Schritt gut zu überlegen!

Der Watstock ist schnell zusammengeklappt am Gürtel zu tragen und sofort einsatzbereit wenn man ihn aus der Tasche nimmt. Wichtig ist dass die Spitze beschwert ist damit er nicht nach oben treibt.

F) Wathosenreparatur:

Undichte Stellen suchen und reparieren:

Es ist nicht ganz einfach kleine undichte Stellen zu finden. Dafür gibt es aber eine kleine Hilfe: Ich verwende eine kleine, alte leere Pumpsprühflasche (z.B. Sagrotan), fülle diese mit 100-%-igem Isopropyl-Alkohol und besprühe die Innenfläche der Wathose an der vermuteten undichten Stelle. Die Löcher werden sichtbar (verfärben sich dunkel). Jetzt kann ich an dieser Stelle erst einmal eine Folie unterlegen damit beim Auftragen des Klebers nicht die Seiten zusammenkleben. Nun nur noch die Stelle mit dem Urethankleber einstreichen und mind. 12 Stunden trocknen lassen. Bitte darauf achten dass die Hose auf einer ebenen Untergrund liegt! Die undichte Stelle kann ruhig noch vom Alkohol benetzt sein. Danach die Folie entfernen.

Sowohl für Neopren als auch für atmungsaktive Wathosen verwende ich Aquasure, Aquaseal, Stormsure oder ähnliche Urethankleber. Bei atmungsaktiven Wathosen immer beide Seiten reparieren da sonst nach wie vor Wasser in die einzelnen Membrane eindringt.

Neoprenwathosen:

Vor dem Auftragen des Klebers muß die beschädigte Stelle mit Alkohol gereinigt werden. Rückseite mit einem wieder ablösbaren Klebestreifen absichern. Das Loch und ca. 1 cm über den Rand hinaus mit Kleber auffüllen und mind. 12 Std. (über Nacht) trocknen lassen. Dann erst dass Sicherungs-Klebeband ablösen.

Achtung: Der ausgehärtete Kleber ist bei Nässe rutschig (bei großflächiger Anwendung im Sohlenbereich)! In diesem Fall kann man vor der Aushärtung etwas Sand aufstreuen.

Atmungsaktive Wathosen:

Bei atmungsaktiven Wathosen verwende ich für schnelle Reparaturen Tear-Aid Typ-A, ein pflasterähnliches, transparentes Reparaturmaterial. Die Anwendung ist fast genauso einfach wie mit Pflaster und ist absolut wasserdicht, luftdicht, elastisch und hält fast allen Strapazen stand. Tear-Aid gibt es als Typ-A (für Canvas, Rubber, Sunbrella, Neoprene, Plastic, Nylon, Fiberglass, Aluminium, Stainless Steel, Polyethylene, Polypropylene, Polyurethane, Gore-Tex, Dacron und Polyester aber nicht für Vinyl / PVC) und Typ-B (nur für Vinyl / PVC). Wie man es anwendet zeige ich Ihnen hier:

Beschädigte Stelle ausfindig machen. Loch von der Innenseite und ca. 0,5 - 1,0 cm herum mit dem beiliegenden Pads (Alkohol) reinigen.
Einen Streifen Tear-Aid Typ-A in der Größe der schadhaften Stelle plus Rand (0,5 - 1,0 cm) abschneiden. Ich runde die Ecken in der Regel ab da sich runde Ränder nicht so leicht lösen wie eckige.

Den beschädigten Teil auf eine gerade Fläche legen und bei großen Löchern die Unterseite mit einem wieder ablösbaren Klebestreifen sichern. Dann die Folie ablösen . . .

. . . und von der Innenseite auf die gereinigte, schadhafte Stelle kleben. Fest andrücken und fertig ist die Reparatur von der Innenseite aus.

Sicherungsklebestreifen wieder entfernen!

Wer ganz sicher gehen will kann die Ränder noch mit Aquasure einstreichen.
Damit in die Membranschichten kein Wasser eindringt sollte von aussen genauso verfahren werden. Also Stelle reinigen.
Folie ablösen und diesmal von der Aussenseite auf die gereinigte, schadhafte Stelle kleben. Fest andrücken und fertig ist die Reparatur auch von der Aussenseite.
Durch die Transparenz der Folie ist kaum etwas zu sehen.

Etwa nach 1 Std. kann die Stelle schon wieder belastet werden und nach 24 Std. Trockenzeit ist sie wieder 100 % einsatzfähig.

Dieses "Pflaster" kann man auch zusammen mit Aquasure oder ähnliche Urethankleber verwenden. Man flickt das Loch mit dem Tear-Aid-Streifen und berstreicht ihn an den Rändern nachträglich mit Aquasure. Dann kann sich das Tear-Aid auch nicht mehr so leicht lösen.


Tipps und Tricks

Waten kann Spaß machen, kann Vorteile beim Angeln bringen weil es Dich näher zum Fisch bringt, kann aber auch Ärger für Dich und Deine Umwelt bringen oder sogar lebensbedrohlich werden wenn man sich nicht an ein paar Grundregeln hält.

Ich möchte hier versuchen, gerade für Fliegenfischer die ihre ersten Schritte in unseren alpinen Fließgewässern unternehmen möchten, einige Regeln, Tipps und Tricks mitzugeben.

Wichtigste Regel!
Höchstgeschwindigkeit beim Waten ist 1m / Minute! Durchs Wasser stampfen und rennen vertreibt nur die Fische.

Wate nur wenn es notwendig ist!
Wenn Du vom Ufer aus das selbe erreichst, bleib am Ufer. Durch unnötiges Waten werden nicht nur Fische verscheucht sondern auch Laichplätze und wertvolle Lebensräume für Kleinlebewesen zerstört. Waten zerstört zwar keine Gewässer, verursacht aber vermeidbare Schäden!

Achte ständig darauf dass ein Fuß immer einen sicheren Stand hat!
Wähle keinen Standort auf wackligem oder rutschigem Untergrund oder in einer starken Strömung.

Benutze grundsätzlich einen Watgurt!
Bei einem Sturz im Wasser läuft ohne Watgurt die Hose sofort voll Wasser und zieht die Beine wie einen Luftballon nach oben. Die Folgen sind leicht auszurechnen. Die Chance, die Füße wieder auf den Boden zu bekommen ist gleich Null. Vor allem bei Kindern ist eine solche Situation schon im Bach lebensgefährlich! Mit einem Watgurt dringt auch Wasser in die Hose aber so langsam dass man noch genug Zeit hat zu reagieren und/oder das nächste Kehrwasser zu erreichen.

Trübes Wasser verhindert die Sicht auf den Gewässerboden!
Hier kann ein Watstock eine große Hilfe sein. Mit ihm lässt sich der nächste Schritt vorher abtasten. Außerdem wirkt er wie ein drittes Bein. Benutze auch eine Polbrille, Strukturen am Grund sind dadurch wesentlich besser zu erkennen.

Vorsicht nach Strukturveränderungen nach einem Hochwasser!
Wo man vor dem Hochwasser noch schön das Fließgewässer überqueren konnte, können nach dem Hochwasser tiefe Löcher und/oder Gräben entstanden sein. Auch Kiesbänke oder Kieshügel sind nach dem Hochwasser sehr heimtückisch. Der Kies ist nicht so fest zusammengepresst wie man es vor dem Hochwasser gewohnt war und man auch darauf stehen konnte, sondern ist gerade an den Kanten sehr locker und gibt sofort nach! Das war z. B. 2013 nach dem großen Hochwasser im Frühjahr an meinem Hausgewässer, der Leitzach so.

Watstock besser stromabwärts einsetzen!
Stromaufwärts extrem instabile Position beim weitersetzen des Watstocks.

Nie dicht oberhalb von Stromschnellen oder Stufen waten!
Ein Sturz kann lebensgefährlich werden.

Beachte immer die Wetterlage!
Watkleidung an die entsprechende Jahreszeit anpassen. Vorsicht vor allem bei kalten Füßen. Die Füße werden gefühllos und dadurch verschlechtert sich erheblich die Trittsicherheit. Auch der Wasserpegel hängt stark mit dem Wetter zusammen. Bei starken Regenfällen steigt der Wasserpegel sehr schnell.

Wattiefe beachten!
Denke daran dass das Wasser durch den Strömungsdruck vor dem Körper zu einer Welle aufstaut und daher bis zu 2 Handbreiten höher reicht als das Gewässer tief ist. Daraus ergeben sich ein paar Richtlinien für die Watbekleidung:

Bedenke immer Deinen Rückweg!
Bei starker Schneeschmelze z.B. im Frühjahr kann das Gewässer Morgens eine wesentlich geringere Wassertiefe haben als am Nachmittag (auf dem Rückweg!).

Immer wieder Ausstiegsmöglichkeit suchen!
Zwischendurch immer wieder das Ufer nach einer Ausstiegsmöglichkeit absuchen. Nicht erst wenn ein starkes Gewitter da ist oder sonst irgendeine kritische Situation. Auch sollte man sich am Ufer ein markantes Merkmal einprägen und immer wieder dahin schauen.

Starke Strömung!
In starker Strömung oder kritischen Situationen immer mit dem Gesicht stromaufwärts langsam und breitbeinig, leicht seitlich, das vordere Bein stromab versetzt waten. Wenn die Strömung zu stark wird, umkehren! Bei sehr starker Strömung kann ein Bach auch große Steine am Grund entlang wälzen die einem unerwartet am Fuß treffen können.

Druckwelle beim Waten beachten!
Beim Waten erzeugen die Füße eine Bugwelle die sich stromaufwärts ausbreitet. Bei schönem Wetter werden die Fische durch diese Welle bis weit über die Sicht ins Wasser hinaus vergrämt.

Hilfestellung!
Willst Du einem Fischerkollegen aus irgendeinem Grund beim Waten helfen, dann stell Dich nicht unterhalb (also stromab) von ihm, da Ihr sonst beide baden geht. Die beste Position ist dicht bei Ihm aber stromauf. Dadurch wird der Strömungsdruck auf ihn gebrochen.

Dieser Bericht hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt noch viele Gefahren und Verhaltensweisen die hier nicht erwähnt wurden wie z.B. Treibholz, Hochwasser, Bäume und Sträucher, Meereswaten usw.

Ich möchte damit nur sagen: Passt gut auf Euch auf!.