Fliegenfischen: Die Montage

Wie werden Backing, Flugschnur, Vorfach und Fliege miteinander verbunden? Grundsätzlich möchte ich zu Knoten, gerade in der Anfangsphase sagen: Einen guten Knoten zu beherrschen und den dann mit verbundenen Augen, mit gefrorenen Fingern usw. binden zu können ist besser als viele Knoten zu kennen, diese aber nur dürftig. Für den Einstieg ins Fliegenfischen reichen erst mal diese vier Knoten: Halber Grinner- oder Uniknoten, Turleknoten, Schlaufenknoten, und Clinch- oder Klammerknoten.

Alle Beispiele hier sind für den reinen Rechtshänder geschrieben. D.h. im deutschen Sprachgebrauch: rechts wird geworfen und links wird gekurbelt.

Bei Linkshändern gibt es zwei verschiedene Arten: den Linkshänder der links wirft, dann die Rute in die rechte Hand wechselt und auch links kurbelt. Für Ihn gilt der Aufbau der Montage wie für den Rechtshänder.

Der reine Linkshänder (im deutschen Sprachgebrauch) wirft mit der linken Hand und kurbelt mit der rechten Hand. In diesem Fall muß die Rolle umgebaut und die Schnur entsprechend aufgewickelt werden. Der Umbau ist bei den meisten Rollen mal mehr oder weniger kompliziert möglich.

Aufgewickelt (gekurbelt) wird immer vom Körper weg. Am besten testet man dies indem man ein bisschen Schnur aufwickelt und dann abzieht. Die Bremse muss beim Abziehen wirken nicht beim Kurbeln!

1. Schritt (Verbindung Rollenachse/Backing)

Im ersten Schritt wird das Backing mit einem halben Grinner-/Uniknoten (Bilder in den folgenden Schritten 2-7) an der Rollenachse befestigt. Einfach das Ende des Backing um die Achse und parallel legen. Nehmen Sie das Ende (den kürzere Teil) in die rechte Hand.

2. Schritt

Führen Sie jetzt das Ende noch einmal zurück so dass oben drei Linien und unten eine Linie entsteht.

3. Schritt

Wickeln Sie nun das Backingende mindestens 5 mal um die oberen zwei Schnüre durch die Schlaufe hindurch.

4. Schritt

Ziehen Sie den Knoten langsam und vorsichtig zusammen. Die einzelnen Windungen sollen dabei sauber nebeneinander liegen.

5. Schritt

Schneiden Sie das Ende ab.

6. Schritt

Jetzt läßt sich der Knoten schön an die Rollenachse schieben.

7. Schritt

Der Knoten sitzt jetzt fest an der Rollenachse und das Backing kann aufgewickelt werden.

Gekurbelt wird vom Körper weg. Lassen Sie die Schnur leicht durch Zeige- und Mittelfinger gleiten.

8. Schritt

Tipp: Wenn man nicht weiß wieviel Backing man braucht kann man die Montage erstmal seitenverkehrt aufspulen: d.h., erst die Flugschnur und dann das Backing. Der Aufwand ist dann etwas größer aber dafür passt es exakt. Bei den meisten Rollen spätestens aufhören wenn das Backing den ersten Lochkranz der Rolle erreicht hat.
Achtung: Wird eine DT-Flugschnur verwendet nicht zuviel Backing aufwickeln da eine DT wesentlich mehr Platz benötigt wie eine WF!

9. Schritt (Verbindung Backing / Flugschnur)

Verbindung Backing/Flugschnur:

Auch hier reicht wieder ein halber Grinner- oder Uniknoten (gelb: Flugschnur, rot: Backing).

An den meisten Flugschnüren ist mit einem Fähnchen gekennzeichnet welches Ende mit dem Backing verknüpft wird ("this end to backing"). Bei einer DT spielt es keine Rolle aber bei einer WF (Keulenschnur). Sollte das Fähnchen bei einer WF-Schnur nicht vorhanden sein und Sie nicht wissen welches Ende nun zum Backing muss, nehmen Sie ca. einen Meter von beiden Enden und legen diese parallel in die Hand. Sie sehen deutlich den Unterschied in der Dicke der Schnur. Das dünnere Ende wird an das Backing geknüpft.

Nehmen Sie nun das Backing in die rechte Hand und die Flugschnur in die linke Hand und legen beide parallel auf die linke Handfläche.

10. Schritt

Führen Sie das Backingende wieder zurück und umwickeln die oberen beiden Stränge (Flugschnur und Backing).

Mind. 5 Wicklungen.

11. Schritt

Ziehen Sie nun den Knoten vorsichtig zusammen (aber noch nicht fest!) so dass er noch verschiebbar bleibt. Die Windungen müssen dabei sauber nebeneinander liegen.

12. Schritt

Das Backingende noch nicht abschneiden!!! Dieses wird noch benötigt um den Knoten nach dem Verschieben festzuzziehen.

Schieben Sie den Knoten an das Flugschnurende. Vorsicht das der Knoten nicht über das Schnurende läuft!

13. Schritt

Erst jetzt wird der Knoten endgültig fest zusammengezogen.

14. Schritt

Machen Sie ruhig eine Zugprobe um Vertrauen zu Ihrem Knoten zu bekommen.

Schneiden Sie nun das überstehende Backing ab.

15. Schritt

Jetzt wird die Flugschnur locker aufgewickelt. Mit dem Zeige- und Mittelfinger wird die Schnur links/rechts geführt.

Flugschnüre nie so fest wickeln wie Sie es vielleicht gewohnt sind von monofilen Schnüren auf eine Stationärrolle!

16. Schritt

Zwischen Flugschnur und Rollensteg muß noch ein Abstand sein. Also die Rolle nicht voll machen. Beim Drill wickelt man nicht so sauber wie in der warmen Stube zuhause. Ist die Rolle zu voll und die Schnur stoßt beim Drill an den Steg wirkt dies wie eine Vollbremsung und der Fisch schlitzt aus oder das Vorfach reißt.

17. Schritt (Verbindung Flugschnur / Vorfach)

Für die Verbindung Flugschnur/Vorfach gibt es zwei Möglichkeiten:

Die einfachere und rationellere ist mit einer Schlaufenverbindung ("Loop on Junction"), einem schlauchähnlichem Geflecht an dessen Ende eine Schlaufe ist. Dieser Schlauch wird komplett (bis zum Anschlag) über die Flugschnur geschoben und mit dem beiliegenden kleinen Gummischlauch (rot) versiegelt (der rote Gummischlauch dient auch als Bissanzeiger).

Die zweite Möglichkeit ist, das Vorfach einfach mit einem halben Grinner- oder Uniknoten an die Flugschnur zu knüpfen. Den halben Grinner- oder Uniknoten haben Sie weiter oben schon kennen gelernt (Verbindung Rollenachse / Backing).

Den roten Schlauch am Loop nicht abstreifen!

Damit man die Flugschnur bis zur Spitze des Loops (Schlaufe) schieben kann und das rote Schläuchchen später zum Ende des Loop's, bedien ich mich eines kleinen Tricks. Ich nehme ein Stückchen Schnur (Backing oder auch andere) und führe es durch die Schlaufe des Loop's. So kann ich das rote Schläuchchen erst einmal beiseite schieben und später dient mir die Hilfsschnur zum ziehen des Schläuchchens zum Ende des Loop's.

18. Schritt

Für die Schlaufenverbindung nehmen Sie den Loop in die linke Hand mit der Öffnung nach rechts und die Flugschnur in die Rechte. Führen Sie nun die Flugschnur ca. 1/2 cm in das Geflecht. Das Einfädeln ist manchmal etwas mühselig aber das macht man ja nur ein mal. Wenn Sie jetzt mit der rechten Hand (Daumen und Zeigefinger) das Geflechtende mit der Flugschnur festhalten und mit der linken Hand (Daumen und Zeigefinger) etwas nach rechts schieben, weitet sich das Geflecht und Sie können abwechselnd links schieben und festhalten und rechts weiterziehen. Schieben Sie die Flugschnur bis zum Anschlag (Schlaufe) in das Geflecht.

19. Schritt

Im nebenstehenden Bild sieht man jetzt deutlich den Grund warum ich mich einer Hilfsschnur bediente.

Die rote Schnur im Bild (links) ist nur eine Hilfe a) um das kleine Plastikschläuchchen etwas zurückzuschieben und b) um es dann später an das Ende des Loops zu schieben damit dieser nicht weiter auffranst.

20. Schritt

Schieben Sie jetzt das Plastikschläuchchen (rot) zum Ende des Geflechts und zwar so, daß es zur Hälfte das Geflecht und zur anderen Hälfte die Flugschnur bedeckt.

Bei einigen, meist sehr kurzen Loops (Geflechtschläuchen) ist es notwendig, diese mit einem wasserfesten Sekundenkleber zu fixieren und dann erst das Plastikschläuchchen zum Ende schieben.

So sieht dann der fertig montierte Loop aus. In die Schlaufe wird dann das Vorfach eingeschlauft und kann jederzeit gewechselt werden. Wer mit dieser Erklärung noch nicht zurecht kommt für den hab ich noch eine ausführliche Erklärung geschrieben:

21. Schritt

Falls das Vorfach noch keine Schlaufe hat machen Sie einen Schlaufenknoten ans Ende des Vorfachs (bei konischen Vorfächern in den dickeren Teil).

22. Schritt

Der fertige Schlaufenknoten.

23. Schritt

Schieben Sie jetzt das Vorfach in die Schlaufe des Loop's . . .

24. Schritt

. . . und ziehen sie das komplette Vorfach durch die Schlaufe.

Das Vorfach wird dann mit auf die Rolle gespult.

25. Schritt

In der Praxis verwende ich gerne - falls ich nicht mit Trockenfliege fische - ein Pitzenbauer Ringerl. Das ist ein äußerst praktisches Utensil und bietet einige Vorteile:

  1. habe ich eine weitere Sollbruchstelle,
  2. kann ich getrost eine normale monofile Schnur mit einer Fluorcarbonschnur verbinden was meist nicht funktioniert da es zwei grundverschiedene Materialien sind. Die Fluorcarbonschnur würde aufgrund ihres härteren Materials die normale monofile Schnur durchschneiden.
  3. Knoten lassen sich leichter lösen,
  4. ich muß nicht das komplette Vorfach aus dem wesentlich teureren Fluorcarbon nehmen.

26. Schritt

Das Pitzenbauer Ringerl wird einfach mit einem Clinch-/Klammerknoten ans Vorfach befestigt.

Das Ringerl beim Knotenbinden auf der Sicherheitsnadel hilft dann beim zusammenziehen des Knotens!

Knoten immer mit etwas Spucke anfeuchten damit keine Reibung beim Zusammenziehen entsteht und dadurch die Tragkraft zusätzlich vermindert wird.

27. Schritt

Erst wenn der Knoten fest ist die Sicherheitsnadel öffnen und das Ringerl vorsichtig entfernen. Sicherheitsnadel gleich wieder schließen! Besonders im Wasser!

28. Schritt

Jetzt wird der Spitzenteil des Vorfachs am Pitzenbauer Ringerl befestigt. Dieser sollte wegen der Sollbruchstelle eine Größe unter dem oberen Teil liegen. Also bei Salmoniden etwa erster Teil 0,18-er und zweiter Teil (Vorfachspitze) 0,16-er.

Als Knoten wird ebenfalls der Clinch-/Klammerknoten verwendet.

29. Schritt (Verbindung Vorfach / Fliege)

Bevor die Fliege angebunden wird muß erst die Rolle montiert und die Schnur noch durch die Rutenringe gefädelt werden. Kurbel bei Rechtshändern und bei Linkshändern welche auch links kurbeln auf der linken Seite.

Die Rollenschraube(n) nicht mit Kraft zudrehen da sich sonst der Griffteil mit der Zeit löst! Nur soweit dass sie gut sitzt.

Die Schnur fädelt man am besten mit einer kleinen Schlaufe ein. Wenn nämlich die Rute zu steil gehalten wird und man lässt aus irgend einem Grund los fällt die Schnur wieder zurück und man kann von neuem mit dem Einfädeln beginnen. Mit der Schlaufe bleibt sie an den Ringen hängen.

30. Schritt

Zum Schluss wird noch die Fliege angebunden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  1. Clinch- oder Klammerknoten: (im Bildbeispiel)
    Vorteil:
    er ist sehr einfach zu binden,
    die meisten kennen ihn von anderen Angelmethoden,
    Nachteil:
    bei kleinen Trockenfliegen (er steht ausserhalb des Örs), die Fliege kann sich überschlagen und am Vorfach verhängen.
    die Führung der Fliege ist beeinträchtigt da sie seitlich kippen kann.

  1. Grinner- oder Uniknoten:
    Vorteil:
    sehr einfach zu binden,
    hohe Tragkraft
    Knoten lässt sich verschieben was gerade bei Streamern zu einem besseren Spiel führen kann
    die komplette Fliegenmontage könnte, für Leute die nicht gerne viele Knoten lernen wollen, mit diesem Knoten erfolgen.
    Nachteil:
    wie Pkt. 1.

  1. Turleknoten:
    Vorteil:
    der Knoten liegt in der Krümmung zwischen Hakenschenkel und Ör. Dadurch wird eine bessere Führung ermöglicht und die Fliege liegt stabiler auf dem Wasser.
    Nachteil:
    er ist etwas komplizierter zu binden.

Das Vorfachende an der Fliege nicht zu knapp abschneiden sonst schlupft das Ende bei einem kräftigen Biß durch den Knoten und löst ihn. Das Ende könnte auch der Fühler eines Insekt's sein!

Die Fliege wird grundsätzlich erst am Wasser angebunden weil dort erst entschieden werden kann welche Fliege benötigt wird. Nach dem Fischen wird sie wieder abgenommen. Spätestens jetzt den Widerhaken andrücken (wenn noch nicht geschehen!)

Bitte gewöhnt Euch von Anfang an an ohne Widerhaken zu fischen! Mit den heutigen Schnüren, Ausrüstungen ist der Widerhaken vollkommen überflüßig und bringt für Fisch und Mensch nur Nachteile wenn sich der Haken im Fischmaul, im Kescher, in der Kleidung in den Büschen, im Ohr usw. verhängt.