Fliegenbindeausrüstung für den Einsteiger

Immer wieder höre ich wie teuer Fliegenbinden ist. Da werden oft Summen genannt von 500 € aufwärts. Klar, wer es sich leisten der kann auch 2.000,- € dafür ausgeben. Das ist wie bei so vielen Dingen im Leben. Das muss aber nicht sein!

Geht man in ein Fliegenfischergeschäft dann ist man als Anfänger zunächst überfordert mit all den Artikeln rund ums Fliegenbinden. Das Angebot ist oft größer wie in der Näh- und Strickwarenabteilung eines großen Kaufhauses.

Um seine ersten Fliegen zu binden muss man aber nicht von Anfang an alles haben. Bestimmte Werkzeuge und Grundmaterialien sind jedoch notwendig und erleichtern das Arbeiten des Fliegenbinders.

Ich möchte Euch hier einmal zeigen wie so eine Grundausrüstung aussehen könnte. Selbstverständlich kommt es bei den Materialien immer auf die Fliegen an die man binden möchte. Dieses Material kauft man aber ohnehin langsam immer wieder dazu oder lässt es sich schenken oder sucht es sogar selber im Wald bei einem Spaziergang. Auch ein Zoobesuch ist manchmal ganz gut um an Federn oder Felle ranzukommen. Manchmal bekommt man auch bei einem Jäger bestimmte Federn oder Felle die er nicht verwerten kann.

Die im nachfolgenden Bild dargestellte Ausrüstung hat zusammen ca. 130,- € gekostet und reicht um viel fängige Fliegen zu binden wie z.B.: Adams, Mosquito, Ritz-D, Pheasant-Tail, Rehhaar-Sedge, Red-Tag, Hexe, Zulu, Hasenohr-Nymphe, andere Goldkopf-Nymphen u.v.m.

BindegrundausrüstungDie langen Seitenfibern der Schmuckfedern des Pfaus werden für viele Trockenfliegen, Nassfliegen und Nymphen als Material für den Körper verwendet. Red Tag, Alexandra oder Ritz-D sind nur einige Berühmtheiten deren Fängigkeit unumstritten ist.Diese Federn sollten auf keinem Bindetisch fehlen. Sie sind auch Hauptbestandteil der Fasanenschwanznymphe (Pheasant Tail) und werden auch viel für Schwänzchen, Beinchen und Flügelscheiden verwendet.Hahnenhechel sind steifer und bleiben länger trocken als Hennenhechel und werden deshalb hauptsächlich für Trockenfliegen verwendet.Unentbehrlich für alle Rehhaarfliegen. Das Winterhaar ist qualitativ besser. Es ist stabiler, in der Farbe schon ausgereifter und schwimmfähiger als das Sommerhaar.Dubbing sind Flusen aus Fell oder Federn oder auch synthetischem Material. Sie werden an einen gewachsten Faden geheftet und durch winden um den Hakenschenkel zu einem Fliegenkörper gebildet.Das Dubbingwachs hat einige Vorteile: Dubbingmaterial haftet besser am Faden, es schützt die Fliege vor Verrottung, erhöht die Schwimmfähigkeit u.v.m.Am gebräuchlichsten sind transparente, dünnflüßige und schnell trocknende Lacke. Auf Wasserfestigkeit achten!Perlen werden meist bei Nymphen und Streamer zur Beschwerung eingesetzt und hinter dem Öhr plaziert.Man erhält Bindedraht meist in 3 - 4 verschiedenen Stärken, small, medium, large und extra large. Benutzt wird er sowohl zur Rippung als auch zum binden von Brust (Ritz-D) und Körpern. Auch verschiedene Farben sind erhältlich. Meist gold, silber und Kupfer.Dieses, an Weihnachts-Lametta erinnernde Material wird meist für Körper oder Rippung verwendet.Für den Anfang reicht ein Bindefaden in der Stärke 6/0 in der Farbe schwarz. Dieser wird am häufigsten benötigt.Am Anfang empfiehlt es sich Haken in den Größen 10 - 14 zu kaufen. Diese decken die meisten Fälle zwischen März und Oktober ab. Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen Trockenfliegen- und Nassfliegenhaken (Gewicht und Drahtstärke). Wiederhaken sind in heutiger Zeit mit verfeinerten Angeltechniken, und hochsensiblen Ruten völlig überflüßig.Ein äußerst einfaches aber vielseitiges Werkzeug. Mit ihr wird das Dubbingmaterial aus der Verpackung gezupft - das Dubbing aufgelockert - Hechelfibern ausgerichtet - Lack aufgetragen - verklebte Hakenöhre durchgestossen - Flügelsegmente geteilt - und viele andere Tätigkeiten für die ein Finger zu kurz oder zu dick ist.Hechelklemmen sind kleine praktische, pinzettenartige Klemmen zum Greifen von Hechelfedern oder anderen feinen Materialien. Die Klemmbacken sind häufig mit Silikon überzogen.Ist eine Fliege fertig gebunden wird am Ende zur Stabilisierung und längeren Haltbarkeit ein Abschlußknoten gebunden. Für den Fliegenbinde-Neuling ist dieser Knoten noch schwierig von Hand zu machen. Mit dem Whipfinisher ist der Knoten jedoch leicht zu erlernen und zu binden.Eine preiswerte und praktische Hilfe um den Faden durch das Röhrchen des Spulenhalters zu bringen. Der Spulenhalter dient dem Halten der Fadenspule. In der Regel gibt es ihn in zwei Ausführungen: Mit Metallröhrchen oder mit Keramikröhrchen. Das Metallröhrchen ist billiger dafür kann aber auch öfter der Faden reißen. Beim Keramikröhrchen reißt der Faden nicht so leicht dafür ist dieser Spulenhalter wesentlich teurer. Da man häufig mit mehreren Fäden gleichzeitig arbeitet ist ein zweiter Spulenhalter ratsam.Für die Feinarbeit ist eine gute Schere welche bis in die Spitzen scharf ist wichtig. Am Anfang kann man sich aber auch einer guten Nagelschere bedienen.Der Bindestock ist das wichtigste und das meistbenutzte Gerät zum binden von Fliegen. Es gibt ihn mit Schraubklemme oder mit Bodenplatte wie im Bild nebenan. Vorteil einer Bodenplatte ist natürlich die Mobilität. Ein guter Bindestock sollte alle Hakengrößen aufnehmen und festhalten können. Ich arbeite am liebsten mit Bindestöcken bei denen die Backen durch einen Federdruck gespannt werden (s. Bild). Mit ihnen arbeitet es sich bequem und schnell.


Was man am Anfang benötigt

01 Bindestock

Der Bindestock ist das wichtigste und das meistbenutzte Gerät zum binden von Fliegen. Es gibt ihn mit Schraubklemme oder mit Bodenplatte wie im Bild nebenan. Vorteil einer Bodenplatte ist natürlich die Mobilität. Ein guter Bindestock sollte alle Hakengrößen aufnehmen und festhalten können. Ich arbeite am liebsten mit Bindestöcken bei denen die Backen durch einen Federdruck gespannt werden (s. Bild). Mit ihnen arbeitet es sich bequem und schnell. Gute Bindestöcke bekommt man schon ab ca. 30 € (ohne Bodenplatte) oder ab ca. 50 € mit Bodenplatte.

02 Schere

Für die Feinarbeit ist eine gute Schere welche bis in die Spitzen scharf ist wichtig. Am Anfang kann man sich aber auch einer guten Nagelschere bedienen.

03 Spulenhalter (Bobbin)

Der Spulenhalter dient dem Halten der Fadenspule. In der Regel gibt es ihn in zwei Ausführungen: Mit Metallröhrchen oder mit Keramikröhrchen. Das Metallröhrchen ist billiger dafür kann aber auch öfter der Faden reißen. Beim Keramikröhrchen reißt der Faden nicht so leicht dafür ist dieser Spulenhalter etwas teurer. Da man häufig mit mehreren Fäden gleichzeitig arbeitet ist ein zweiter Spulenhalter ratsam.

04 Einfädler

Eine preiswerte und praktische Hilfe um den Faden durch das Röhrchen des Spulenhalters zu bringen.

Preis ca. 3 €

05 Endknotenbinder (Whipfinisher)

Ist eine Fliege fertig gebunden wird am Ende zur Stabilisierung und längeren Haltbarkeit ein Abschlußknoten gebunden. Für den Fliegenbinde-Neuling ist dieser Knoten noch schwierig von Hand zu machen. Mit dem Whipfinisher ist der Knoten jedoch leicht zu erlernen und zu binden. Beim Knotenbinder hab ich die Erfahrung gemacht: je einfacher desto leichter ist er zu handhaben und zu lernen.

06 Hechelklemme

Hechelklemmen sind kleine praktische, pinzettenartige Klemmen zum Greifen von Hechelfedern oder anderen feinen Materialien. Die Klemmbacken sind häufig mit Silikon überzogen. Man kann aber auch einen kleinen Gummi (Posengummi) auf eine Seite stecken.

07 Dubbingnadel

Ein äußerst einfaches aber vielseitiges Werkzeug. Mit ihr wird das Dubbingmaterial aus der Verpackung gezupft - das Dubbing aufgelockert - Hechelfibern ausgerichtet - Lack aufgetragen - verklebte Hakenöhre durchgestossen - Flügelsegmente geteilt - und viele andere Tätigkeiten für die ein Finger zu kurz oder zu dick ist. Man kann sich aber auch aus Omas Nähkästchen bedienen.

08 Haken (am besten gleich Schonhaken (barbless))

Widerhaken sind in heutiger Zeit mit verfeinerten Angeltechniken, und hochsensiblen Ruten völlig überflüßig. Leider werden fertige Fliegen am Markt großteils immer noch mit Widerhaken angeboten und dies obwohl in den meisten Fließgewässern Europas Widerhaken verboten sind.

Wer seine Fliegen selber bindet hat den großen Vorteil, gleich auf Schonhaken zu binden und muß sich keine Gedanken mehr um den Widerhaken machen. Diese Haken kosten nicht mehr.

Dem Fisch und dem Fliegenfischer bringt das Arbeiten mit Schonhaken vieleVorteile: Keine Lebensbedrohliche Verletzungen des Fisches sollte er sich befreien können - Die Fliege im Ohr, im Kescher, in der Kleidung, im Gebüsch oder Baum oder sonst wo . . . läßt sich mühelos wieder entfernen - u.v.m

Am Anfang empfiehlt es sich Haken in den Größen 10 - 14 zu kaufen. Diese decken die meisten Fälle zwischen März und Oktober ab. Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen Trockenfliegen- und Nassfliegenhaken (Gewicht und Drahtstärke).

Weitere Infos zu Haken im Sachbericht Materialkunde: Haken

09 Bindefäden
3/0 Für Lachsfliegen und kleine Streamer
6/0 Für Nassfliegen, Nymphen und Trockenfliegen, Allroundfaden.
8/0 Für sehr kleine Trockenfliegen. Ab Größe 14 und kleiner. Achtung: reißt leicht!
Kevlar Starker, reißfester Garn zum Binden von großen Fliegen und Streamern.

Für den Anfang reicht ein Bindefaden in der Stärke 6/0 in der Farbe schwarz. Dieser wird am häufigsten benötigt.

10 Tinsel

Dieses, an Weihnachts-Lametta erinnernde Material wird meist für Körper oder Rippung verwendet. Es gibt sie als:

  • Oval-Tinsel
  • Flach-Tinsel
  • Metall-Tinsel
  • Kunststoff-Tinsel
11 Gold- Kupferdraht

Man erhält Bindedraht meist in 3 - 4 verschiedenen Stärken, small, medium, large und extra large. Benutzt wird er sowohl zur Rippung als auch zum binden von Brust (Ritz-D) und Körpern. Auch verschiedene Farben sind erhältlich. Meist gold, silber und Kupfer. Durchmesser ca. 0,15 - 0,25 mm.

12 Perlen

Perlen werden meist bei Nymphen und Streamer zur Beschwerung eingesetzt und hinter dem Öhr plaziert. Im Handel sind sie erhällich als:

Blei Für Fliegen die schnell auf Grund gebracht werden müßen.
Tungsten
Ist aus Umweltgründen und auch aus rationellen Gründen (Tungsten ist schwerer wie Blei) dem Blei vorzuziehen. Leider meist sehr teuer.
Glas
Perlen aus Glas üben einen besonderen Reiz aus. Erhält man auch im Bastelgeschäft.
Plastik
Man erhält Plastikperlen im Bastelladen in allen erdenklichen Farben. Verwendet werden sie meist wegen ihrer Schwimmfähigkeit.
Konisch (Coneheads)
Diese Kegelförmigen, spitz zulaufenden Perlen werden in der Regel für Streamer verwendet. Sie werden meist in den Farben: silber, gold, kupfer und altsilber angeboten.
Styropor Für hoch schwimmende Fliegen.
Perlenketten
Am häufigsten sieht und verwendet man die Ketten für Augen indem immer zwei Perlen zusammen abgeknipst und an die Fliege (Haken) gebunden werden. Sieht aus wie die Kette von einem Waschbecken-Stopsel.

13 Lack

Beim Einkaufen auf Wasserfestigkeit achten!

Am gebräuchlichsten sind transparente, dünnflüßige und schnell trocknende Lacke.

Für größere Fliegen oder Streamer oder mehrfach Auftragungen ist ein zähflüßiger Lack besser.

Verdünner geben einem eingetrockneten Lack seine ursprüngliche Eigenschaft zurück.

Wer viel mit Lack arbeitet dem empfehle ich wegen der Dämpfe auf wasser basierenden Lack zurückzugreifen. Das selbe gilt auch für Kinder.

Lack verwahrt man am besten im Kühlschrank. Dort hält er sich einige Jahre.

Für den Anfang reicht auch der Nagellack von Mamma oder von der Frau.

14 Dubbingwachs

Das Wachsen von Bindefäden hat mehrere Vorteile:

  • a) Das Dubbingmaterial haftet besser am Faden,
  • b) der Faden wird vor schneller Verrottung geschützt,
  • c) man benötigt weniger Fadenwindungen,
  • d) erhöht die Schwimmfähigkeit der Fliege.

15 Dubbing

Dubbing sind Flusen aus Fell oder Federn oder auch synthetischem Material. Sie werden an einen gewachsten Faden geheftet und durch winden um den Hakenschenkel zu einem Fliegenkörper gebildet.

Naturdubbing: Unter diesen Begriff fallen alle Flusen aus Tierhaaren und zwar genau genommen aus der Fellunterwolle da diese sehr fettreich und damit sehr schwimmfähig sind.

Verwendet werden hauptsächlich: Seehund, Hase, Otter, Biber, Bisam, Eichhörnchen.

Aus Tier- und Artenschutzgründen kommen immer mehr synthetische Materialien auf den Markt. Z.B. Antron, ein besonders feines Dubbing mit Glanzeffekt für Trockenfliegen. Da es kaum Wasser aufnimmt ist es sehr schwimmfähig.

Für Nymphen gibt es auch ein sinkendes Dubbing welches mit Metall- oder Alufäden angereichert ist.

Praktisch sind Dubbingspender wie hier im Bild abgebildet. Diese gibt es auch leer und können individuell gefüllt werden. Am meisten benötigt man Dubbing in den (Natur-)Farben hellbraun, dunkelbraun, oliv und schwarz.

16 Rehhaar

Unentbehrlich für alle Rehhaarfliegen. Das Winterhaar ist qualitativ besser. Es ist stabiler, in der Farbe schon ausgereifter und schwimmfähiger als das Sommerhaar.

Vorteil des Sommerhaars ist dass es sich leichter verarbeiten lässt.

Weitere Infos zu Fellen im Sachbericht Materialkunde: Felle

17 Hahnenhechel, Hennenhechel

Hahnenhechel sind steifer und bleiben länger trocken als Hennenhechel und werden deshalb hauptsächlich für Trockenfliegen verwendet.

Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen sind Hennenhechel weicher und saugen sich auch schnell mit Wasser voll womit ihre Bestimmung schon vorprogrammiert ist. Sie werden vorwiegend für Nymphen und Nassfliegen eingesetzt.

Am meisten werden Hahnenhecheln in den Farben grizzly (gestreift), braun und schwarz benötigt.

Im Handel wird unterschieden zwischen Balg (Skalp) und Sattel (Saddle).

Balg (Skalp):
Federn des Hahnes oder der Henne aus der Nackenpartie (Manchmal auch Neck genannt). Meist etwas kürzer als bei Federn aus dem Rücken (Sattel, bzw. Saddle).
Sattel (Saddle):
Federn aus dem Rücken des Hahns oder der Henne. Diese Federn sind meist länger als die vom Balg (Skalp) und werden meist für Streamer verwendet.

Hahnenhechel

Weitere Infos zu Bälge im Sachbericht Materialkunde: Bälge

18 Fasanenstossfeder

Diese Federn sollten auf keinem Bindetisch fehlen. Sie sind auch Hauptbestandteil der Fasanenschwanznymphe (Pheasant-Tail) und werden auch viel für Schwänzchen, Beinchen und Flügelscheiden verwendet.

Weitere Infos zu Federn im Sachbericht Materialkunde: Federn

19 Pfaufedern (Pfaugras)

Die langen Seitenfibern der Schmuckfedern des Pfaus werden für viele Trockenfliegen, Nassfliegen und Nymphen als Material für den Körper verwendet. Red Tag, Alexandra oder Ritz-D sind nur einige Berühmtheiten deren Fängigkeit unumstritten ist.

Der eigenartige, grünschillernde Glanz wirkt auf viele Fische anziehend.

Weitere Infos zu Federn im Sachbericht Materialkunde: Federn

Sicher gibt es noch viele weitere Materialien auch sollte man nicht immer stur auf einer Farbe oder Material beharren sondern ruhig auch einmal Alternativen probieren. Das macht dieses Hobby nur spannender.

Weitere Werkzeuge, Materialien, Tipps und Tricks findet Ihr in meinem Sachbericht:

Fliegenbinden