Rehhaarsedge

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Ich war gerade mal sechs Jahre alt als Al Troth, ein Fliegenfischpionier aus Pensylvania, seine erste Rehhaarsedge band. Wer hätte damals gedacht dass diese Fliege auch heute noch in kaum einer Fliegenbox fehlt. Aufgrund ihrer Schwimmfähigkeit ist sie heute noch eine der effektivsten Trockenfliegen die jemals entworfen wurde. Mittlerweilen wird sie in vielen Variationen gebunden: mit oder ohne Hecheln um den ganzen Hakenschenkel, in allen möglichen Körperfarben von gelb über grün bis rot und mit den verschiedensten Materialien, angefangen vom Elchhaar, Rehhaar und CDC-Federn als Hechelkranz und von überall her hört man nur die besten Fänge mit dieser Köcherfliegenimitation.

Wie auch andere Trockenfliegen legt man die Rehhaarsedge leicht schräg stromauf oder quer zur Strömung und läßt sie stromabwärts treiben. Stromabwärts kann man sie sogar auch ein bisschen schlittern lassen.

Ich möchte Euch eine ganz einfache Version einer Rehhaarsedge zeigen. Wir brauchen dazu nur einen Bindefaden, etwas Rehhaar, etwas Hasenohrdubbing oder grobes Chenille und eine Hahnenhechel. In der Materialauswahl sind wir sehr flexibel. Man kann sie heller gestalten, für dunkles Wasser oder auch umgekehrt dunkel, für helles Wasser.

Haken: Trockenfliegenhaken #10 - 18
Faden:
hell-/dunkelbraun, beige, oliv in der Farbe des Körpers
Körper: hell-/dunkelbraunes, beiges oder olives Hasenohrdubbing oder auch Chenille
Beinchen: Hahnenhechel in der Farbe des Körpers aber auch heller oder dunkler
Flügel:
hell-/dunkelbraunes, beiges oder olives Reh-/Elchhaar

1. Schritt

Wiederhaken entfernen wenn noch nicht geschehen. Den Haken wie gewohnt einspannen. Um die Spitze nicht zu beschädigen und um den Faden bis zum Hakenbogen winden zu können läßt man die Spitze etwas herausstehen.

2. Schritt

Über den kompletten Hakenschenkel wird eine Grundwicklung gelegt damit die weiteren Materialien welche noch eingebunden werden, besser haften. Das Ende des Fadens kann abgeschnitten werden.

3. Schritt

Am Hakenbogen wird eine Hechel entsprechend der gewünschten Farbe oder der Farbe des Körpers eingebunden und zunächst so belassen.

4. Schritt

Jetzt wird der Faden gewachst um die Schwimmfähigkeit zusätzlich zu erhöhen, den Faden zu konservieren und vor allem damit das Dubbing am Faden gut haftet.

5. Schritt

Das Hasenohrdubbing in der gewünschten Körperfarbe wird an den gewachsten Faden angeheftet und um den Hakenschenkel nach vorne gewunden. Nicht zuviel Dubbing auf einmal verwenden, besser in kleinen Schritten vorgehen und nur in eine Richtung winden.

6. Schritt

Der Faden wird ein paar Millimeter hinter dem Ör "geparkt". Nicht zu nahe ans Ör ranbinden da das Rehhaar auch noch etwas Platz beansprucht.

7. Schritt

Die Hahnenhechel wird in der Art Palmerbindung über den Hakenschenkel nach vorne gewunden, ähnlich einer Rippung und einige Millimeter hinter dem Ör mit dem Hauptfaden fixiert.

8. Schritt

Das Rehhaar wird schräg nach hinten, Richtung Hakenbogen und etwas darüber hinausstehend eingebunden. Ist man mit Rehhaar noch etwas unerfahren, dann erst eine bis zwei lose Schlaufen um das Rehhaar legen und dann erst vorsichtig zuziehen. Manche schneiden die Hecheln oben am Rücken etwas schräg zurück .

9. Schritt

Das, über das Ör stehende Rehhaar bündeln und schräg nach oben abschneiden.

10. Schritt

Jetzt nur noch das Rehhaar mit ein paar Windungen mit dem Hauptfaden fixieren . . .

11. Schritt

. . . und mit einem Whipfinish abschließen.

12. Schritt

Der Hauptfaden kann abgeschnitten werden und fertig ist eine sehr einfach zu bindende Rehhaarsedge oder wie sie bei den Amerikanern genannt wird: Rehhaarcaddis.

Die selbe Köcherfliegenimitation aber mit dunklem Rehhaar gebunden.

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