USD-Maifliege

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USD steht für Upsidedown also eine Fliege welche verkehrt herum gebunden wird. Bei meinem Beispiel sogar doppelt verkehrt da der Haken nicht nur mit der Spitze nach oben sondern auch noch Kopf und Flügel am Hakenbogen und nicht wie gewohnt am Hakenör gebunden werden. Ein Hechelkranz unterhalb des Hakenschenkels verleiht der Fliege realistische Fußabdrücke einer Maifliege auf dem Wasserfilm und der Körper bleibt oberhalb des Wassers. Durch den flach gebundenen Hechelkranz hält sich die Fliege sehr gut auf dem Wasser ohne zu kippen oder "abzusaufen".

Viele werden sich fragen wie nun diese merkwürdige Fliege geführt wird wenn sie regelrecht am Po angebunden ist. Wie bei anderen Trockenfliegen auch wird sie im Fließgewässer einfach gegen die Strömung oder quer zur Strömung präsentiert und treibt einfach mit der Strömung. Im stehenden Gewässer ist sie vor allem im Frühjahr auch bei Renkenfischern beliebt da sie deren Fressgewohnheiten, die Fliege von oben zu nehmen, am besten entgegenkommt. In stehenden Gewässern wird sie einfach dort plaziert wo Fische nach Maifliegen steigen und nur leicht mit der Rutenspitze Leben in die Fliege gehaucht.

Im unserem Beispiel wird sie in Originalgröße gebunden.

Haken: Leichter, dünndrahtiger Shrimphaken der größe 10
Faden: beige (in der Farbe des Polycelons)
Schwänzchen: 3 Elch-, Dachs- oder Biberhaare aber auch Fibern einer Fasanenstoßfeder
Körper: 3 mm breiter und 6 cm langer, beiger Polycelon-Streifen (Moosgummi).
Flügel: CDC-Federn natur
Beinchen: Grizzlyhechel
Ausserdem: Nadel oder Draht (wie im Beispiel), 0,16-er monofile Schnur und ein brauner, wasserfester Stift zum bemalen.

1. Schritt

Ein schmaler Streifen Polycelon (etwa 2-3cm) wird wie in der Abbildung mit einem Teppichmesser abgeschnitten.

2. Schritt

Am schönsten wird die Fliege wenn der Polycelonstreifen im Querschnitt eine Trapezform erhält.

3. Schritt

Auf einer Nadel oder wie in unserem Beispiel ein Zahndraht wird ein paar Milimeter eine Grundwicklung gebunden.

4. Schritt

Das Polycelon wird doppelt genommen und in der Mitte die 3 Haare für das Schwänzchen gelegt oder wer keine ruhige Hand hat kann sie auch einkleben, dann halten sie noch besser.

5. Schritt

Jetzt je einen Polycelonstreifen rechts und links an den Draht halten und das erste (kleinste) Segment mit zwei Wicklungen abbinden. Dann den Faden unter dem Polycelon und dem Restfaden durchführen und dort plazieren wo das nächste Segment abgebunden werden soll.

6. Schritt

Das zweite Segment abbinden und den Faden wieder unten durch führen.

7. Schritt

. . . das dritte Segment wird wieder mit zwei Windungen abgebunden.

Darauf achten: immer einmal unten durch und zweimal abbinden.

8. Schritt

Wieder den Faden einmal unten durchführen und zum nächsten Segment (wieder etwas größer) positionieren.

9. Schritt

Die Segmente so abbinden dass der Extended-Body mit jedem Teil etwas größer wird und so eine konische Form bekommt.

10. Schritt

Am Ende, nach ca 7-8 Segmenten mit einem Whipfinish abschließen. Den restlichen Faden noch stehen lassen.

11. Schritt

Jetzt den Haken einspannen. Wer möchte kann den Haken auch jetzt schon verkehrt herum einspannen.

12. Schritt

Im Mittelteil und leicht über den Hakenbogen hinaus wird nun eine Grundwicklung gemacht.

13. Schritt

Spätestens jetzt den Haken umdrehen und verkehrt herum einspannen. Eine CDC-Feder wird auf einer Seite der Hakenspitze eingebunden und mit einer Stützwicklung nach oben gerichtet.

14. Schritt

Dann die zweite CDC-Feder auf der anderen Seite ebenso einbinden und aufrichten.

15. Schritt

Von einer monofilen Schnur etwa 10 cm abschneiden, zu einer Schlaufe legen und die beiden Enden auf den Hakenschenkel möglichst nahe unterhalb der Flügel binden.

16. Schritt

Jetzt kann der Extended Body so eingebunden werden dass er in der Verlängerung des Örs vom Haken absteht. Mit dem Restfaden den wir noch nicht abgeschnitten haben kann der Extended Body aufgerichtet werden wenn man leicht daran zieht. Den Faden dann mit einbinden und dann kann der Rest abgeschnitten werden.

17. Schritt

Zur Verdeutlichung nochmal das Gesamtbild. Unten links sieht man schön die monofile Schlaufe und rechts die abstehenden Enden die später noch gebraucht werden. Also die Monofilen Enden noch nicht abschneiden!

18. Schritt

Die Grizzly-Hahnenhechel wird eingebunden . . .

19. Schritt

. . . und wie in der Abbildung um die monofile Schlaufe gewunden. Der Zeigefinger der linken Hand hält dabei die Schlaufe nach oben, die rechte Hand führt die Hechel um die Schlaufe und der linke Mittelfinger und Daumen werden zum Übergreifen benutzt.

20. Schritt

Ist die Wicklung ausreichend, wird das Ende der Hechel durch die monofile Schlaufe geführt und zieht man nun am einem Ende der monofilen Schnur kann man die Hechel damit schön an den Hakenschenkel fixieren. Noch ein paar Wicklungen mit dem Hauptfaden und die Hechel ist fest. Jetzt können die Enden der Monofilen Schnur auch abgeschnitten werden.

21. Schritt

Mit einem Whipfinish wird die Fliege abgeschlossen.

22. Schritt

Den Faden mit Dubbingwachs bestreichen und . . .

Dieser und der nächste Schritt kann auch vor dem wickeln des Hechelkranzes erfolgen (19. Schritt).

23. Schritt

. . . den dunkelbraunen Kopf mit Dubbing nachmodelieren.

24. Schritt

Dann noch die für die Maifliege typischen braunen Flecken aufmalen und fertig ist eine fast realistische USD (Upsidedown-) Maifliege.

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