Ralf's Köcherfliege 1

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Was haben diese Beiden ausser dass sie sich zum Fressen gern haben gemeinsam?

Für das Jahr 2013 wurden Beide zum Tier des Jahres 2013 gewählt. Die Köcherfliege, eine Rhyacophila fasciata (Gebänderte Flußköcherfliege repräsentativ für alle mitteleuropäischen Köcherfliegenarten) im Bereich der Insekten und die Forelle (Bach-, See-und Meerforelle) im Bereich der Fische. Für mich Anlaß genug diese schöne Fliege nachzubinden. Dafür brauche ich:

Haken: Größe 10
Faden: braun
Fühler: Elchhaar (Mähne), oder Dachs oder Mungo
Körper: graubraunes Dubbing
Beinchen: Grizzlyhahnenhechel
Flügel:
helle gesprenkelte Truthahnfeder-Schwungfeder
Augen: ein paar cm 0,45-er monofile Schnur

1. Schritt

Haken einspannen.

2. Schritt

Grundwicklung über den gesamten Hakenschenkel.

3. Schritt

Dann Hahnenhechel am Hakenbogen einbinden.

4. Schritt

Fühler einbinden. Am besten einzeln dann kann man sie besser in V-Stellung bringen.

5. Schritt

Für die schwarzen Augen verwende ich ca. 2 cm 0,45-er monofile Schnur welche ich an beiden Enden mit einem Feuerzeug etwas ansenge. Die Enden ziehen sich zusammen und formen sich zu einer schwarzen Kugel. Diese wird dann mit einer Kreuzwicklung in Örnähe fixiert.

6. Schritt

Jetzt das braune Dubbing anheften. Nicht zuviel davon nehmen!

7. Schritt

Den Dubbingstrang nach vorne winden und den Hauptfaden direkt hinter den Augen "parken".

8. Schritt

Dann die Hahnenhechel über das Dubbing nach vorne winden und direkt hinter den Augen fixieren.

9. Schritt

Die Hahnenhechel oben und seitlich abschneiden so daß nur noch Beinchen übrig bleiben. Das ist wichtig damit die Flügel im späteren Arbeitsschritt sauber aufliegen.

10. Schritt

Nun wird eine für diese Fliege eine möglichst helle gesprenkelte Truthahnfeder vorbereitet. Ein breiter streifen wird vom Kiel abgeschnitten und daraus Flügel ausgeschnitten. Wer das Ganze festigen will kann die Rückseite vorsichtig mit wasserfestem Sprühkleber, Lack oder Fixativ bearbeiten. In meinem Beispiel hab ich darauf verzichtet da die Fibern schon ganz gut ineinander verhakt sind so daß sie von selbst halten.

11. Schritt

Mit einem Whipfinish abschließen und Beinchen und Flügel noch etwas zuschneiden. Fertig ist eine schöne realistische Köcherfliege.


Ralf's Köcherfliege 2

Angeregt von der Philopotamus (einen deutschen Namen gibt es für diese Köcherfliegenart meines Wissens nicht) hab ich versucht, mit den mir vorhandenen Mitteln, diese Köcherfliege nachzubilden. Den Werdegang hab ich hier wieder dokumentiert. Das Original trifft man oft in der Leitzach oder Mangfall. Diese Art der Köcherfliege baut keine Stein- oder Holzhäuschen wie andere Köcherfliegen sondern packen ihre Eier regelrecht in Watte.

Die Echte Philopotamus

Die Nachbildung

Man kann die Köcherfliege zu gewissen Zeiten sehr schön quer stromab legen und dann zum eigenen Ufer leicht schlittern lassen.

Haken: Größe 10 - 12
Faden: schwarz oder dunkelbraun
Fühler: 2 Fibern einer Fasanenstossfeder
Körper: dunkelbraunes Antron oder Hasendubbing
Beinchen: braune Hahnenhechel
Flügel:
gesprenkelte Truthahnfeder welche ich mit Sprühkleber auf der Unterseite stabilisiert habe (Tip von meinem Fliegenfischerfreund Markus).
Im Video hab ich eine Fasanenstoßfeder genommen und auf der Rückseite mit Lack bestrichen.
Köpfchen: abgebundenes Stück vom Flügel und Hauptfaden

1. Schritt

Haken einspannen.

2. Schritt

Grundwicklung über den gesamten Hakenschenkel.

3. Schritt

Dann Hahnenhechel am Hakenbogen einbinden. Dass die Hechel verkehrt herum eingebunden ist hat den Grund dass der Kiel an der Spitze weicher ist als am Ende und sie wird oben ohnehin wieder zugeschnitten. Bindefaden wieder nach hinten zum Hakenbogen führen.

4. Schritt

Etwas Dubbingwachs und Antron oder Hasendubbing auf den Faden geben und . . .

5. Schritt

. . . nach vorne zum Ör winden und einen schlanken Körper formen. Nicht zuviel nehmen da die Flügel später sonst keine schöne Dachform bekommen.

6. Schritt

Jetzt zwei Fibern von einer Fasanenstoßfeder abschneiden und fast querstehend als Fühler einbinden. Sicher werden diese Fühler im Wasser nicht lange halten aber man möchte ja immer so nah wie möglich an's Original ran kommen. Also Notwendig sind sie nicht!

7. Schritt

Die Hahnenhechel wird nach vorne gewunden und nicht zu nahe am Ör fixiert.

8. Schritt

Mit der Schere die oberen und seitlichen Haare abschneiden.

9. Schritt

Die Beinchen etwas stutzen. Sie sollten nicht über die Hakenspitze hinausschauen.

10. Schritt

Nun wird eine gesprenkelte Truthahnfeder vorbereitet. Für die Philopotamus möglichst den dunklen Teil verwenden. Ich hab sie an der Unterseite zusätzlich mit einem schwarzen Faserschreiber angemalen und dann mit einem handelsüblichen Sprühkleber besprüht. Trocknen lassen!

11. Schritt

Entweder mit einer Flügelbrennschere oder auch mit einer Schere die Flügelform zuschneiden und der Länge nach in der Mitte leicht knicken.

Man kann aber auch fertige Flügel kaufen.

12. Schritt

Die Flügel so einbinden dass sie noch etwas über den Hakenbogen hinausstehen. Sie sollten wie ein Dach über dem Hakenschenkel liegen. Den vorderen Teil kann man später zu einem Köpfchen zuschneiden.

13. Schritt

Mit einem Whipfinish wird die Fliege abgeschlossen.

14. Schritt

Jetzt nur noch etwas Feinarbeit (Köpfchen und abstehende Fibern zuschneiden) und fertig ist die Köcherfliege.

Hier unsere Philopotamus nochmal von unten.

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