In der Mangfall (Thalham)

26. Juli 2014

Von den drei schönen Fließgewässern, Mangfall, Schlierach und Leitzach des Bezirksfischereivereins Miesbach-Tegernsee dürfte die Mangfall aus Fliegenfischersicht das gemütlichste sein. Der ebene Kiesboden, die Breite, die gleichmäßige Strömung und Wassertiefe lassen es zu, sich beim Werfen in respektvoller Entfernung von den fliegenfressenden Bäumen und Büschen am Ufer zu halten. Mit eleganten, weiten Würfen lassen sich die Gumpen und Rinnen vor den Stufen einfach abfischen und die Aitel, Refo's und Bafo's an die Fliege locken und wenn's zu kalt wird, geht man einfach raus auf den kleinen Trampelpfad und zur nächsten Stufe.

Wir, Susi, Andi und ich fischen heute mal von oben runterwärts da für Nachmittag wieder mal Gewitter angesagt sind. Andi und ich wurden heuer schon mal nass bis auf die Haut weil wir den umgekehrten Weg gegangen sind. Susi gönnt ihren süßen Hunden und sich selber noch eine kleine Abfrischung bevor sie dann auch in die Wathose schlüpft und zu uns stoßt.

Andi ist ja schon, trotz seiner jungen Jahre, ein "alter Hase" im Fischen und so hat er auch bald die erste Regenbognerin überzeugt. Irgendwie wollte sie sich gar nicht fotografieren lassen und hat immer wieder den Grund aufgewühlt damit das Bild ja nichts wird. Das kommt mir bei manchen Menschen auch irgendwie bekannt vor.

Oben, am großen Wasserfall treibt eine Bachforelle und ein Aitel mit einem gefühlten halben Meter (Brustumfang!) ihr Spielchen mit uns. Nicht umsonst hat dieser seine beträchtliche Größe erreicht. Er war sehr schlau und hat so ziemlich alles ignoriert was wir ihm serviert haben. Von dieser Begegnung hatten wir heute noch mehrere.

Etwas unterhalb des Wasserfalls gelingt dann auch mir eine schöne Bachforelle an eine Goldkopf-Hasenohrnymphe zu locken. Sie hatte sich ganz nahe am Ufer, unter einem Busch versteckt, konnte aber dann meiner Nymphe doch nicht wiederstehen.

Andi bewies viel Geduld am großen Wasserfall und der Ehrgeiz packte ihn, den "Dicken" zu erwischen. Aber dann, auch erst weiter unten, fasst eine schöne Bafo seine Nymphe, ebenfalls eine Goldkopf-Hasenohr. Diesmal sind wir auch beim Fotografieren und Drillen etwas vorsichtiger damit wir und der Fisch nicht zuviel "Staub" bzw. Sand aufwirbeln.

Die nächste Bafo an Andi's Rute. Die schöne Zeichnung kommt auf den Bildern gar nicht so zur Geltung. Ich bin schon immer froh, wenn ich sie mit der Kamera wärend des Drills unter Wasser einfangen oder vor die Kamera führen kann. Andi macht das ganz cool und gelassen und manchmal hab ich das Gefühl, dass sich diese Ruhe auf den Fisch überträgt. Jedenfalls bleiben die Fische erfahrungsgemäß wesentlich ruhiger, wenn es auch der Fischer bleibt.

Stufe für Stufe bewegen wir uns stromabwärts und fast in jeder Stufe können wir das Interesse für unsere Fliegen wecken. Einzige Ausnahme sind die Aitel welche sofort die Nahrungsaufnahme einstellen wenn der erste Wurf nicht präzise kommt und/oder die Fliege nicht gerade ihrem Geschmack entspricht und/oder wir die Deckung missachten. Diesmal probierts Andi von oben. Er läßt die Fliege einfach reinfallen und mit der Strömung treiben. Der Erfolg gibt ihm recht. Eine schöne Regenbognerin darf nochmal für ein kulinarisches Vergnügen sorgen.

Langsam fängt es an zu regnen und wir wollten ja nicht nochmals so nass werden wie das letzte mal an der Mangfall. In unserem Optimismus hatten wir nicht einmal Regenjacken mitgenommen. Andi sieht wieder eine Regenbognerin stehen und wirft sie an. Der berühmte letzte Wurf! "Einmal noch!" ja, sie nimmt die Fliege und sorgt auch für die restlichen Familienmitglieder für ein leckeres Essen.

War wieder ein herrlicher Fliegenfischtag! Einer, von denen ich mit Susi und Andi schon viele erlebt habe.
Danke Susi und Andi für den tollen Tag!