Tenkara-Fischen an der Leitzach

16. Mai 2013

Das Wetter passt, die Leitzach hat nach dem Hochwasser der vergangenen Tage wieder einen einigermaßen normalen Wasserstand und . . . die Forelle steigt! Heute bin ich wieder einmal mit einer Tenkararute unterwegs. Die Leitzach mit ihren kleinen Gumpen und Rinnen bei Normalpegel ist dafür geradezu prädestiniert. Mit minimalster Ausstattung: Rute (ohne Rolle), ein paar Fliegen und die üblichen Gerätschaften ohne die man nicht ans Wasser geht, wie: Kescher, Betäuber, Messer, Maßband und Hakenlöser, kommt diese Angelart aus. Tenkarafischen ist eine sehr alte, einfache und waidgerechte Art, mit einer Fliege Fische zu fangen. Die 3-4 m lange, äußerst weiche Rute fängt die Fluchten sanft ab und, kombiniert mit widerhakenlosen Fliegen, bleibt nur noch eine Art "Freiheitsberaubung" für den Fisch sofern man ihn zurücksetzt. Wem das Tenkara-Fischen mehr interessiert, für den gibt es eine ausführliche Beschreibung auf meiner Homepage: Tenkara.

16. Mai 2013 - Tenkara-Fischen an der Leitzach

Zurück zur Leitzach. Lang dauert es nicht bis sich die ersten, noch kleinen Bafos und Refos für meine dunkelbraune Sakasa-Kebari interessieren. Sakasa-Kebari ist eine ebenso einfache Fliege wie das Tenkara-Fischen, sowohl zu binden als auch zu präsentieren und zu führen. Der Name kommt wie Tenkara aus dem japanischen und bedeutet: Sakasa = verkehrt herum und Kebari = Fell bzw. Hechel auf einem Haken. Verkehrt herum deshalb weil die Spitzen der Hechel nicht wie gewöhnlich nach hinten (zum Hakenbogen) schauen sondern meist über das Ör hinaus nach vorne.

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Aber auch meine gewohnten Fliegen wie Ritz-D und Mosquito waren heute sehr gut mit der Tenkararute einsetzbar und wurden gerne angenommen. Nachdem es gerade Mittagszeit war und das Gasthaus Negele heute leider ausnahmsweise geschlossen war, durfte eine der schönen Bachforellen mit und zusammen mit einer guten Freundin und einem Gläschen Wein für weitere Freuden sorgen.

16. Mai 2013 - Tenkara-Fischen an der Leitzach

Am Nachmittag ging's dann genauso "beißfreudig" weiter. Trotzdem man mit der 3,60 m langen Traditional-Line sehr nahe am Fisch ist und fast nur auf Sicht fischt, lassen sich die Fische von meinen Fliegen immer wieder verführen. Vielleicht hat es sich bei den Leitzachbewohnern rumgesprochen, dass ich die Untermaßigen grundsätzlich vor dem Zurücksetzen erst einmal vorsichtig von den im Frühjahr oft auftretenden Egeln und Parasiten befreie. Mir fällt immer wieder auf, dass gerade Fische welche mit Egel befallen sind, meist auch in einer körperlich nicht so guten Verfassung sind. Der Körper fühlt sich nicht so fest und muskulös an wie bei nicht befallenen Fischen. Zumindest hoffe und glaube ich, dass ich damit den Fischen einen großen gefallen tue. Ich habe auch das Gefühl, dass wärend ich den Egel möglichst noch im Wasser - auch wenn er noch so glitschig ist - abziehe, sich der Fisch ganz ruhig verhält als ob er wüsste was ich da mache und es ihm gut tut. Nur wenn ich mal mit dem abziehen zu langsam bin, geben sie gas und suchen das Weite.

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Bis in die Abendstunden wechseln sich die Bafos und Refos ab um sich von einer Fliege durchs Wasser ziehen zu lassen und gleichzeitig auch noch lästige Parasiten loszuwerden. Für mich war das heute ein Grund, die Tenkararute wieder öfters mit ans Wasser zu nehmen. Der weiche Anhieb, die gefühlvolle Führung durchs Wasser, mit sanftem Druck den Fisch immer wieder durch Richtungsänderungen müde zu machen, ich glaub, feiner kann man nicht mehr fischen. Sicher, für die ganz Großen, von einem halben Meter aufwärts, ist Tenkara nicht mehr so ideal aber das gilt ja auch für andere Angelarten und ebenso für's Fliegenfischen. Für diese Fische hat man ja auch stärkere Ruten und trotzdem schaffen es auch 2-er bis 5-er Ruten mal einen größeren zu drillen.

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16. Mai 2013 - Tenkara-Fischen an der Leitzach

Für mich war das heute wieder ein wunderschöner und lehrreicher Tag, einer von denen, von denen man nie genug bekommen kann.