An den Bichlacher Angelteichen
und an der Großache

Viele meiner ehemaligen Schüler schwärmen immer wieder von den Bichlacher Angelteichen in der Nähe von Kössen und dem Kaisergebirge. Heute hab ich mal Gelegenheit Pit, einen Bekannten zu besuchen der für ein paar Tage die gemütliche Hütte an den Teichen gemietet hat. Ein herrlicher Fleck wo man seine kleinen und großen Alltagssorgen einfach mit der Fliegenrute in den Teich wirft und nach einem tollen Drill mit kampfstarken Fischen wunderschöne Forellen und Saiblinge zurück bekommt. Was will man mehr?

26. September 2012

Nach einem Rundgang, Wurfübungen und ein paar schönen Drill's meldet sich unser Magen und Pit heitzt den Schwenkgrill an der Hütte für ein paar Lammkarrees an. Klar, wir hätten auch Fisch auf den Grill werfen können aber davon gibt es hier genügend aber so ein gegrilltes Lammkarree mit Kartoffelsalat ist halt mal was anderes. Ein Gläschen Rotwein dazu . . . merkt Ihr wie die Seele baumelt?

So gestärkt geht es am Nachmittag gemütlich weiter mit dem Werfen und natürlich fischen. Hin und wieder treffen wir uns vorne am Haupthaus zu einem kleinen Kaffeklatsch mit Melita, der Frau des Hauses. Abends lernte ich auch noch Emanuel, den Besitzer dieser schönen Anlage kennen und wir ratschten und fachsimpelten bis in die Nacht hinein.

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27. September 2012

Am nächsten Tag geht's an die Großache. Die Großache entspringt am Pass Thurn im Salzburgerischen und fließt weiter nach Tirol und Bayern wo sie dann in den Chiemsee mündet. Auf dieser knapp 80 km langen Reise wechselt sie ständig ihren Namen. So heißt sie oberhalb Kitzbühl, Jochberger Ache, dann Kitzbühler Ache, Kössner- oder Großache und auf der bayrischen Seite, Tiroler Ache. Wärend ich die Tiroler Ache öfters besuche bin ich an der Großache zum ersten Mal. Beim Kartenkauf lernten wir Max, einen sympathischen jungen Mann kennen, der uns vieles über die Großache und ihre Bewohner erzählt. Max konnte uns überzeugen dass er mit sehr viel Fingerspitzengefühl und Sachkenntnis die Großache bewirtschaftet. Bewirtschaftet ist vielleicht der falsche Ausdruck denn man spürt förmlich die Leidenschaft von Max für dieses schöne Gewässer.

Die 8 km lange Strecke ist eine reine Fliegenfischstrecke und erlaubt nur Schonhaken. Zwischen drin sind immer wieder Etappen in denen eine Entnahme verboten ist was auch für eine sorgsame Befischung spricht. Huchen und Bachforellen sind ganzjährig geschützt, von Äschen darf eine mitgenommen werden und von Regenbognern zwei pro Tag (Stand: 28.09.2012). Für ein behutsames Fliegenfischen spricht auch die nach unten begrenzte Vorfachstärke von 0,16 mm. Neben der Karte mit den entnommenen Fischen gibt es auch eine zweite Karte in der auch die zurückgesetzten Fische eingetragen werden. Auch das find ich gut und hoffe das dass auch immer gemacht wird.

Jetzt aber zum Fischen. Schon in der Nähe des Parkplatzes gibt es eine schöne Stelle an der ich meine ersten Versuche unternehme. Wegen des getrübten Wassers und der starken Strömung entscheide ich mich für eine rote Montana welche mir schon oft bei solchen Verhältnissen geholfen hat. Heute aber nicht. Die Natur lehrt uns auch, dass nicht immer alles nach Lehrbuch abläuft. Nach kurzer Zeit überlasse ich Pit die Stelle. Pit band ich eine 12-er Red-Tag (allerdings mit Grizzlyhecheln gebunden) an. - Zwei Würfe und bei Pit hängt eine wunderschöne Äsche an der Schnur! Wahnsinn, wenn das schon so angeht! Obwohl wir in diesem Teil der Großache die Äsche mitnehmen dürften, hat sie Pit sorgsam zurückgesetzt. Ich war froh darüber. Vielleicht sieht man sich im nächsten Jahr wieder.

Von einer schönen Holzbrücke aus verschaffen wir uns einen Überblick über den weiteren Verlauf der Ache. Auf der rechten Seite flußabwärts gibt es immer wieder leicht zugängliche Sand- und Kiesbänke. Vom Werferischen stellt die Ache keine hohen Ansprüche. Meist hat man viel Platz vor allem wenn man sich etwas seitwärts stellt. Weite Seitenwürfe bringen die Fliege immer an ihr Ziel.

Pit hat immer noch seine Grizzly-Red-Tag an der Schnur und ist schon wieder am Drillen einer kleinen Äsche. Ich wollte schnell bei ihm sein wegen eines Fotos und hab aber dadurch den Grund etwas aufgewühlt. So sind die Unterwasserfotos etwas trübe geworden.

Zu den beiden gefangenen Äschen gesellte sich bei Pit später auch noch eine Regenbogenforelle. Alle durften wieder zurück und etwas erfahrener groß und stark werden um uns vielleicht im nächsten Jahr wieder mit einen schönen Drill zu beglücken.

Zuhause in unserer Fischerhütte angekommen werden wir von einer Köcherfliege an der Glastüre begrüßt. Sie weiß dass sie von Fliegenfischern nichts zu befürchten hat.

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28. September 2012

Heute, am Heimreisetag wollte ich auch noch vier Saiblinge mitnehmen. In dem glasklaren Quellwasser der Bichlacher Weiher sind sie sehr schön zu sehen. Ein paar Würfe brauchte es aber schon bis sie auf meine kleine Goldkopf-Red-Tag reagierten. Das ist man aber von Saiblingen gewohnt. Letztendlich gelang es aber doch, noch im Lauf des Vormittags, vier schöne Exemplare jenseits der 40-cm-Grenze zum Mitkommen zu bewegen.

Schon ist es wieder Mittag und Zeit zur Nahrungsaufnahme. Pit legt ein paar saftige Rindersteaks auf den Grill die dann wieder, begleitet von einem Gläschen Rotwein, unsere leeren Mägen finden.

Waren gestern einige Köcherfliegen zu sehen so tummeln sich heute rund um die Weiher hauptsächlich Schlammfliegen. Man kann sie in der Regel schön dadurch unterscheiden dass die Schlammfliegen im Gegensatz zu den Köcherfliegen meist transparente Flügel mit einer ausgeprägteren Äderung haben.

Noch ein letzter Kaffeeklatsch und ein Rückblick zu diesem herrlichen Fleckchen Erde das mich bestimmt nicht zum letzten mal gesehen hat.

Danke Pit, Melita und Emanuel für die schöne Zeit mit und bei Euch!